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Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen anhand eines etwas anderes Prinzips näherbringen. Nun denn, kommen wir zum NFL Spielwochenende Nummer 4, und wer hätte gedacht, dass…

 

38 MIA vs. OAK 14

 

… die Raiders sogar gegen mittelschwache bis schwache Gegner absolut chancenlos aussehen. Nach einer aktiven Offseason hat man sich an der Westküste sicher etwas mehr erwartet, bekommen hat man aber die altbewährte Raiders-Kost. Schlechtes Quarterbacking, schlechte Defense, schlechte Skill-Player, … Die einzig hellen Spots sind Rookies Gabe Jackson und Khalil Mack.

 

… Joe Philbin nach der interessanten Taktik, die Quarterback-Frage nicht öffentlich zu beantworten, schlussendlich nicht aussieht wie ein Idiot. Klar, die Raiders-Defense ist Balsam für jede Quarterback-Seele, dennoch muss man Ryan Tannehill diese Leistung unter doch fragwürdigen Umständen zugute halten. Wohlwissend, dass eine schlechte Performance seine Karriere kosten könnte, hat er dem Druck widerstehen können und die porösen Verteidigungsreihen des Gegners auseinandergenommen.


… schon in Woche 4 der erste Head Coach sein Amt verlassen muss – leider verdienterweise. Mit der jetzt folgenden Bye-week haben die Raiders die Chance sich auf den neuen Coach einzustellen und so vielleicht das Ruder herumzureißen. Mehr dazu hört ihr im samstäglichen NFL-News-Podcast inkl. #LTFViewersGuide.


17 TEN vs. IND 41

 

… die Hoffnungen der Titans so schnell schwinden können. Man ist nun 1-3, Charlie Whitehurst hat keine Verbesserung gebracht und die Defense ist auch nicht das, was sie sein könnte. Das Potenzial ist ja zweifellos gegeben, die Frage ist und bleibt jedoch, wie man es endlich entfesseln kann. In der Offense hätte man die Möglichkeit das Laufspiel einem jungen Bishop Sankey zu übergeben und im Passspiel müsste man es einfach konstant schaffen einem Kendall Wright und Justin Hunter die Bälle zuzuspielen.

Head Coach Ken Whisenhunt steht allerdings bald vor der Entscheidung, welchem Quarterback er die Offense anvertraut. So wie sich der Rest der Division aufstellt, ist der Playoff-Zug aber recht bald abgefahren.

 

… sich diese Indianapolis Colts langsam aber sicher als ein komplettes Team darstellen. Es hilft natürlich auch, wenn einer der besten, wenn nicht DER beste junge Quarterback der Liga, beinahe fehlerfreie Partien hinlegt.

Zu den guten Nachrichten gehört auch, dass die Defense bisher über den Erwartungen Vieler spielt. Ob dies aber dann gegen bessere Offenses reichen wird, sei dahingestellt. Der Weg der Colts scheint auf direktem Wege in die Playoffs zu führen, wo auf einen aber dann doch ganz andere Kaliber warten werden.

 

… Reggie Wayne sein Breakout-Spiel bereits in Woche 4 haben wird. Obwohl die meisten erwartet haben, dass der 35-jährige Receiver, der von einer Kreuzband-Verletzung zurückkommt, eventuell erst in der zweiten Saisonhälfte wieder zu seiner alten Produktion findet, bewies er vielen das Gegenteil. Gegen eine nicht unbedingt schlechte DB-Gruppe zwei Receiver über 100 Yards zu bekommen ist ein gutes Zeichen für das Colts Passing Game, aber inbesondere für Reggie.


27 TB vs. PIT 24

 

… die Buccaneers das Spiel tatäschlich noch gewinnen. Viele haben das Spiel wohl Mitte des vierten Viertels abgedreht, weil Tampa Bay weiterhin großteil hilflos ausgesehen hatte. Das Laufspiel hatte, mit einem zurückgekehrten Doug Martin, wieder nichts zu melden. Das Passspiel mit Mike Glennon brachte, bis auf die erwarteten Downfield-Pässe, keine Verbesserung. Den größten Unterschied zu den vorherigen Tampa Bay Performances, machte eine Defense, die schön langsam Lovie-Qualitäten annimmt. Man hielt einen der derzeit talentiertesten Runningbacks der NFL unter 70 Yards und hatte 5 Sacks gegen Big Ben und konnte so die Hoffnung aufrechterhalten.

 

… die Steelers allem Anschein nach, ein nur sehr mittelmäßiges Team sind. Hier ein kurzer Überlick: knapper Sieg gegen die Browns, klare Niederlage gegen die Ravens, deutlicher Sieg gegen die Panthers (die, wie im Podcast angesprochen, sehr große Probleme haben) undnun die Niederlage gegen die Buccaneers. Man muss sagen, dass die Steelers genauso gut auch ohne Siege dastehen könnten.

Die Lücken im gesamten Team tun sich immer mehr auf – alternde Defense ohne Playmaker, Playmaker-gespickte Offense ohne Offensive Line-Hilfe – weshalb sich Mike Tomlin schnell ein Gegenmittel überlegen muss, da man sich ansonsten uneinholbar abgeschlagen hinter den Ravens und den Bengals einreihen wird.

 

… ein Quarterback-Wechsel Lovie Smith Erfolg bringen wird. Ihm wurde die Entscheidung natürlich etwas aufgezwungen, dennoch bietet es der Offense einfach eine neue Dimension. Wenn Mike Glennon es weiterhin schafft diese Offense erfolgreicher zu führen als Josh McCown, gibt es keinen Grund für Lovie, ihn nicht den Rest der Saison an der Spitze zu lassen. Die interessante Frage ist wohl, ob das in Josh McCown getätigte Investment nicht zu groß war, um ihn einfach auf der Bank sitzen zu lassen.


24 DET vs. NYJ 17

 

… Calvin Johnson schon wieder nicht gesund bleiben kann. Nachdem letztes Jahr die ganze Passing Offense der Lions stagniert hatte, als Megatron das Feld verließ, schaute die Situation diese Woche ganz anders aus (knapp 300 Passing Yards, 2 TDs). Die Verpflichtung von Golden Tate scheint sich bezahlt zu machen. Bleibt abzuwarten, wie sich solch eine Situation gegen ein Team mit besserem Secondary auswirkt.

 

… die Lions nach 4 Wochen die NFC North anführen, und das trotz 5 verfehlter FG-Versuche. Die Offense ist mit rund 360 Yards/Spiel wie immer sehr explosiv, die vermeintliche Schwachstelle des Teams, der Secondary, erlaubt weniger als 200 Passing Yards/Spiel! Die D-Line rund um Suh, Fairley und Ansah ist immer noch überdurchschnittlich gut. Aus dem vermeintlichen Zweikampf um die Krone der NFC North ist nun ein Dreikampf geworden.

 

… man jetzt schon Geno Smith aufgeben will. Die “we want Vick”-Rufe der Fans waren diese Woche, nach einer weiteren durchwachsenen Performance, kaum zu überhören. 60% completion percentage und ein 1:1 TD:INT Verhältnis sind einfach nicht genug und bei weitem nicht das, was man sich letztes Jahr im Draft vorgestellt hat.

Tatsache jedoch ist, dass Smith der bessere QB ist und zumindest noch die Chance hat, sich weiterzuentwickeln. Eine weitere Tatsache ist jedoch auch, dass man ohne funktionellen Quarterback auch in der schwachen AFC East bloß magere Chancen auf die Playoffs hat.


17 BUF  vs. HOU 23

 

… das E.J. Manuel Experiment bereits in seinem zweiten Jahr zu Ende geht. Aufgrund seine teilweise grauenhaften Leistungen war der Schritt aber definitiv notwendig. Die viel schwerwiegendere Frage, die sich Doug Marrone und die Bills Führung stellen müssen, ist, wie die Zukunft auf der Position aussieht. Kyle Orton ist allenfalls nur eine kurzfristige Lösung (dazu im Podcast am Samstag mehr).

Interessant wird also einerseits, wo man die Saison beendet, und andererseits auch, ob man nicht schon wieder vor einem Coach-Wechsel steht.

 

… trotz einer erneuten, fragwürdigen Leistung von E.J. Manuel, die Bills zunächst 2-2 sind. Immerhin haben sie es mit ihm an der Spitze geschafft, zwei Spiele zu gewinnen. Weiters war das Spiel gegen die Texans eine doch recht knappe Angelegenheit.

Die Buffalo Bills Defense hält noch immer was sie verspricht: 2 Interceptions, weniger Total Yards erlaubt, als die eigene Offense produziert hat, davon nur 37 Rushing Yards und 3 Sacks. Die Hoffnung bleibt also, dass eine von Kyle Orton angeführte Offense zumindest minimale Unterstützung bieten kann.

 

… JJ Watt erneut der Game-Winner sein wird. Wenn JJ genug davon hat Spiele zu verlieren, nimmt er die Sache einfach selber in die Hand (no pun intended). Die Texans haben mit ihrem dritten Sieg ihre letztjährige Sieg-Anzahl bereits überboten.

Mit seinem 80-Yard Pick-6 entschied er nicht nur dieses 1-score game, sondern zeigte erneut auf, wie dominant er eigentlich sein kann.

Hier kann man ähnliches sagen wie bei den Bills: Solange die eigene Offense es schafft, jedes Spiel eine gewisse Grundlagen-Unterstützung zu bieten, kann dieses Texans Team die Colts im Kampf um die AFC South auf jeden Fall ärgern.


28 ATL vs. MIN 41

 

… Levine Toilolo als Right Tackle aushelfen muss. Nachdem sich 3 Falcons O-Liner verletzt hatten, musste der TE kurzfristig einspringen. Logischerweise hatte die Protection von Matt Ryan nach diesem Move mehr Löcher, als ein schweizer Käse. Dass man so keinen game-winning-Drive zustande bringt, war demnach zu erwarten.

 

… Matt Asiata und Jerick McKinnon aussehen können wie All-Pros, wenn nur die gegnerische Defense schlecht genug ist. Zum Glück für die Falcons haben alle NFC South Teams Probleme mit ihren defensiven Leistungen, also ist der Druck, diese Seite des Balles in den Griff zu bekommen, nicht allzu groß. Die Tür zu Division steht, wie im Podcast berichtet, fast allen Teams weit offen.


… Teddy Bridgewater schon im ersten Spiel seinem Ruf gerecht wird und sich verletzt. Nach einer soliden Performance, die stark von den oben genannten RBs unterstützt wurde, musste Christian Ponder das Spiel beenden, nachdem Teddy mit einer Knöchelverletzung ausgeschieden war. Für Vikings-Fans bleibt zu hoffen, dass es sich dabei nur um eine leichte Überdehnung handelt, denn weder Coaching Staff, noch das Team, haben großes Vertrauen in Ponder.


14 JAX vs. SD 33

 

… die Chargers Defense tatsächlich eine ganze Halbzeit braucht, um Blake Bortles und seine Offense unter Kontrolle zu bringen. Die erste Halbzeit beendeten die Jaguars gerade mal mit einem 14-17 Rückstand. Das führte auch dazu, dass Blake Bortles mit seiner 29 von 37 Performance einen neuen Rookie-Rekord für Completion-% aufgestellt hat. Alles in allem hat man aber in der zweiten Halbzeit dennoch gesehen, dass er noch ein Rookie ist.

 

… die Chargers nach diesem Spiel, nun nervlich so einiges überstanden haben. Der große Sieg gegen die Seahawks vor zwei Wochen vor eigenem Publikum in der Hitze, und dann diese Zitter-Halbzeit gegen die Jaguars. Sowas kann ein Team auf die mentalen Anstrengungen der Playoffs ideal vorbereiten und es sieht auch ganz danach aus, als wären sie auf dem besten Weg dorthin.

 

… Philip Rivers nun wirklich zurückgekehrt ist. Die Jaguars Defense ist zwar kein wirklicher Maßstab, dennoch ist es nicht einfach, ein gesamtes Spiel ohne Laufspiel durchzustehen. Genau das hat Philip Rivers aber geschafft. Hier muss man ganz großen Respekt an Mike McCoy zollen, der es geschafft hat Rivers’ Karriere komplett herumzureißen, seit er in San Diego ist. Wie jedesmal, reden wir davon, wie wichtig die Quarterback-Position ist, und die Chargers haben über die letzten zwei Saisonen gesehen, einen der besten an ihrer Spitze.

 

Bence
@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

 

Recap Woche 4 – Wer hätte gedacht, dass…