Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen in drei Punkte teilen. Unser klassisches ‘wer hätte gedacht, dass…’ ergänzen wir durch ‘was zu erwarten war’ und bringen euch auch einen Extra Point!uncertainty-md

23 TB vs CAR 37

Was zu erwarten war:

Die Carolina Panthers profitieren derzeit ebenso von einem einfachen Schedule, wie die Atlanta Falcons. Dies wurde auch gegen die Bucs unter Beweis gestellt, denn auch wenn das Scoreboard nur einen 14-Punkte Unterschied zeigt, waren die Panthers über das gesamte Spiel gesehen unter Kontrolle. Auch ohne Receiver schafft es Cam Newton den Ball zu bewegen und Ted Ginn kann endlich seine, bisher sehr gut versteckten, NFL-Receiver-Qualitäten herzeigen.

Wer hätte gedacht, dass…

Kyle Brindza überhaupt die letzte Woche am Team überlebt. Vielleicht wäre Lovie besser beraten gewesen, wenn er sich bereits letzte Woche von Brindza verabschiedet hätte, denn er verschoss in diesem Spiel nicht nur 2 Field Goals, sondern auch noch einen Extra Punkt. Allerdings kann man die letzten paar Wochen von Brindza möglicherweise auch gleich als Abschiedstour sehen, denn er wurde seinen Job endlich los. An seine Stelle tritt der altbekannte Connor Barth, der bereits einige Jahre in Tampa gekickt hat.

Extra Point:

Dieses Spiel hatte einen durchaus hohen Unterhaltungswert, denn die rasant wechselnden Wetterverhältnisse beeinflussten das Spielverhalten gewaltig. Besonders interessant war das, weil es gefühlsmäßig jeden zweiten Drive anderes Wetter gab – mal spielte man im strömenden Regen mal bei herrlichem Sonnenschein.


22  CHI vs OAK 20

Was zu erwarten war:

Jay Cutlers Rückkehr gibt nicht nur der Offense, sondern auch dem gesamten Team einen unglaublichen Boost. Die erwartete Interception war natürlich auch wieder dabei, doch diesmal konnte man sich gegen eine weiterhin sehr schwache Raiders-Defense revanchieren und den wichtigen Game-winning-Drive auf das Feld bringen. Aber auch das sehr konservative Playcalling der Raiders Defense während dieses Drives sei angesprochen. Ganze 4 Mal erlaubte man es dem gegnerischen Receiver nach einer kurzen Route out-of-bounds zu laufen und so die Uhr anzuhalten. Etwas aggressivere Coverage hätte gegen die von dem konservativsten aller Head Coaches (John Fox) geführten Bears auf keinen Fall geschadet.

Wer hätte gedacht, dass…

Derek Carr und Amari Cooper ihre starke Serie nicht aufrecht erhalten können, obwohl der Gegner dies auf dem Papier locker zugelassen hätte. Genauso wie die Offense, entwickelt sich auch die Defense der Bears gut weiter. Tracy Porter spielte überraschend stark im Defensive Backfield und Latavius Murray konnte gegen Pernell McPhee und seine Front-7 nicht wirklich viel ausrichten. Im großen und ganzen eine eher enttäuschende Leistung der Raiders Offense, über die man in den letzten Wochen doch sehr viel Positives zu berichten hatte. Es sei anzumerken, dass die Bears

Extra Point:

Robbie Gould machte an einem Wochenende, an dem so mancher Kicker strauchelte und wichtige Kicks verfehlte, im windigen Chicago souverän den 12. Game-Winner seiner Karriere. An einem normalen Spieltag nicht erwähnenswert, dieses Mal schon.


23 WAS vs PHI 20

Was zu erwarten war:

Ein Division-Matchup nimmt nicht den von vielen erwarteten Ausgang. Denn egal wie die Eagles die letzten paar Wochen gespielt haben, die meisten gingen doch davon aus, dass man ein nach wie vor nicht überzeugendes Redskins-Team schlagen wird können. Kirk Cousins hatte davon aber eine andere Vorstellung und führte einen 90-Yard Game-winning Touchdown-Drive zu Ende und sicherte somit den Eagles eine Blamage. Langsam aber sicher beginnt das Konstrukt von Chip Kelly in sich zusammenzubrechen; DeMarco Murray konnte zwar unglaubliche 36 Yards bei 8 Carries erlaufen, die Offense rund um Sam Bradford sieht aber weiterhin eher unrund aus. Bradford konnte nur knapp über 50% seiner Pässe anbringen und – wie bereits zuvor erwähnt – bringt das Laufspiel ebenfalls nicht die Produktion, die einerseits aufgrund der letzten Jahre erwartet wird, und andererseits auf jeden Fall notwendig wäre, um einen QB wie Bradford zu unterstützen.

Wer hätte gedacht, dass…

Kirk Cousins tatsächlich ein Spiel ohne Turnover beenden kann. Es ist erst Woche 4 und es war nur 1 Spiel, aber möglicherweise erspielt Cousins derzeit seine eigene und vor allem Jay Grudens Jobsicherheit. Denn die Defense kann wenn sie unbedingt möchte, und im Backfield schafft man es, im Gegensatz zu Philadelphia, mehr als nur ideal alle seine RBs einzusetzen: vor einigen Wochen noch Matt Jones als Breakout-Star, diese Woche ein gewisser Chris Thompson, der das Spiel mit 6 Carries für 53 Yards und 2 Catches für 24 Yards beendete und bei wichtigen Drives am Feld einen Beitrag leisten konnte.

Extra Point:

DeMarco Murray machte zwar, wie zu Beginn erwähnt, erstaunliche 36 Yards bei 8 Carries, jedoch muss erneut herausgehoben werden, dass 30 von diesen Yards bei einem Lauf kamen und Murray somit weiterhin bei seiner 2015er Average von 7 Carries für 6 Yards bleibt…

 


48 ATL vs  HOU 21

Was zu erwarten war:

Die Houston Texans sind überhaupt kein Gegner für die Red-Hot Falcons Offense. Mittlerweile sind wir es gewohnt, dass Devonta Freeman seine 3 TDs macht, diesmal hat jedoch auch Leonard Hankerson mit 100+ Receiving Yards auftrumpfen können. Zusätzlich konnte auch noch Terron Ward, und nicht Tevin Coleman, als zweiter Runningback, erheblich zum Erfolg beitragen. Ward machte als Freeman-Ersatz mit 19 Touches 90 Total Yards und einen Touchdown. Die Falcons profitieren derzeit von einem schwachen Schedule, der sie vermutlich recht weit in Richtung Playoffs führen wird können.

Wer hätte gedacht, dass…

Der, ach so arme, Headcoach der Texans einfach viel zu viel Auswahl bei seinen Quarterbacks hat (“Aufruf für Tom Savage, bitte begeben sie sich schleunigst und aufgewärmt in das Offense Huddle”). Aufgrund seiner bisherigen Coaching-Stationen wurde Bill O’Brien von vielen als Quarterback-Kenner gehandelt, dank Hard Knocks und den letzten paar Wochen sehen wir allerdings, dass er seine Personal-Entscheidungen wohl teilweise selbst nicht durchblickt. Man erinnere sich an Hard Knocks und die Verlautbarung von Brian Hoyer als Starter, gefolgt von der Aussage, dass er nicht an einer “kurzen Leine” ist, aber er auch nicht mit ansehen wird, wenn sein Team mehrere Wochen ohne Sieg dahinspielt. Das ist zwar alles schön und gut, jedoch kann man nicht schon zwei Wochen später Hoyer einfach so benchen – ganz besonders, weil sich alle bewusst waren, was er als Starter bietet. Nun wurde aber auch Mallett im Spiel gegen die Falcons gebencht und Hoyer durfte doch wieder einmal aufs Feld. Der Kreis schließt sich, denn Mallett darf auch das kommende Spiel “beginnen”…..

Extra Point:

Es war tatsächlich nicht der Tag der Texans, denn Nate Stupar konnte einen “Walk-Off” Touchdown erzielen. Cecil Shorts verlor den Ball, der Falcons LB hob ihn auf und trug ihn beim letzten Play des Spiels zu einem 84 Yard Fumble-Return TD zurück.


30 SD vs CLE 27

Was zu erwarten war:

Die Chargers besiegen die Browns, dank Philip Rivers’ Arm. Über 350 Passing Yards – und das trotz etlichen Verletzungen auf der Receiver-Position und in der O-Line – sind überragend! Es ist sehr schade, dass die Defense nicht mit guten Offenses mithalten kann, ansonsten wären die Chargers heißer Playoff-Kandidat, wenn nicht sogar Anwärter auf einen Platz im AFC Championship Game. Wenn man aber gegen Teams wie die Browns Mühe hat, so kann man dem Team nicht mehr zutrauen, als allerbestenfalls einen Wild-Card-Platz inkl. sehr kurzem Playoff-Auftritt, und das auch nur, weil es an ernstzunehmender Konkurrenz im AFC-Wild-Card-Kampf mangelt (Bills? Jets? Chiefs?).

Wer hätte gedacht, dass…

die Browns den höher gehandelten Chargers einen Kampf auf Augenhöhe bieten. Josh McCown überzeugte diesmal seine Zweifler (und vielleicht auch einige Browns-Fans) und warf wie sein Widersacher für über 350 Yards und 2 TDs. Duke Johnson war signifikant in die Offense eingebunden, Travis Benjamin entwickelt sich schön langsam zu einem kompletten Receiver und die Defense war auch ohne Joe Haden und Tashaun Gipson so kompetitiv, wie bislang jeder gegen Philip Rivers (wenn dieser nicht gerade 3 O-Liner im Spiel verliert). Leider reicht das immer noch nicht, denn man verlor das Spiel wieder knapp, wenngleich man sich zumindest Overtime verdient gehabt hätte…

Extra Point:

… denn diese wären tatsächlich passiert, wenn Tramon Williams bei einem verkickten FG-Versuch von Josh Lambo nicht zu früh gestartet wäre (… verkicktes, entscheindendes FG; das sagt uns doch mittlerweile etwas). 5 gratis Yards, neuer Versuch – und diesmal hat der Kick gepasst. Manche (schlechten) Teams finden wohl immer wieder neue Wege zu verlieren.


17 GB  vs SF 3

Was zu erwarten war:

Die Packers fahren problemlos ihren 4. Sieg in Folge ein. Kaepernick ist ohne Harbaugh weiterhin auf verlorenem Posten und quält sich von Spiel zu Spiel, diesmal allerdings mit nur einer Interception und sage und schreibe 160 Passing Yards. Wie man vielleicht herauslesen kann, ging für die 49ers offensiv nicht viel, und das vom Anfang bis zum Ende des Spiels, was die Partie auch ohne Blowout sehr einseitig machte.

Wer hätte gedacht, dass…

Die 49ers-Defense die Packers Offense unter 20 Punkten hält. Erklären kann selbst ich mir das nicht, Tatsache ist jedoch, dass aus der Sicht der Packers mehr auf keinen Fall nötig war. Die Packers Defense hatte, wie bereits erwähnt, mit der Offense der 49ers gar keine Probleme, somit konnte Aaron Rodgers seelenruhig seinen Heimaturlaub in Kalifornien genießen. Lediglich die schlechte Pass-Protection konnte ihm den Nachmittag trüben. Eine Entwicklung, die in Zukunft auf jeden Fall zu beachten sein wird.

Extra Point:

Nach Matt Fortés 150 Yards in Woche 1, konnten die Packers ihre Lücken in der Run Defense füllen. Beeindruckender Stat dabei: In den letzten 3 Wochen konnten gegnerische Runningbacks gerade einmal 2.9 YPC herausholen! Wenn man bedenkt, dass es sich dabei neben Carlos Hyde (ganze 20 Yards) um Kaliber wie Marshawn Lynch und Jamaal Charles handelte, kann man eigentlich nur den Hut vor dem Coaching Staff ziehen.


13 SEA vs DET 10

Was zu erwarten war:

Die Seahawks, die Siege momentan bitter nötig haben, dominieren die schwachen Detroit Lions. Man schafft es jedoch wieder nicht ein komplettes Spiel lang solide durchzuspielen und nimmt sich mit 3 bitteren Fumbles die Möglichkeit auf einen klaren Sieg. Die Pass Protection war auch diesmal gegen eine geschwächte Lions-Front kaum vorhanden, denn Russell Wilson musste ganze 6 Sacks hinnehmen. Allerdings muss erwähnt werden, dass hier von Seiten des Coaching Staffs zu wenig eingegriffen wird, um Wilson und seinen Vorderleuten zu helfen, vor allem, wenn der Gegner konstant die selben Plays und Blitzes läuft. Kurz, OC Darrell Bevell muss sich etwas einfallen lassen, um nach der Saison den selben Posten inne zu haben!

Wer hätte gedacht, dass…

Die Seahawks schon wieder die Nutznießer einer schlechten Schiedsrichter-Entscheidung während MNF werden. Nach “Fail Mary” gibt es nun “Bat-Gate”. Diesmal waren aber keine “Replacement Officials” aus High School Kreisen am Werk, sondern die regulären NFL-“Zebras”. Auch wenn eigentlich kein Szenario vorstellbar wäre, in dem die Lions wieder an den Ball kommen (vermutlich wäre der Ball auch ohne KJ Wrights Mithilfe out-of-bounds gerollt), gehört dieses Foul geahndet. Eine bittere Fehlentscheidung für die Lions, die nun solo die rote Laterne der NFL übernommen haben.

Extra Point:

Die Lions werden schwächer und schwächer. Die D-Line verlor in dem Spiel sowohl Tyrunn Walker (für die gesamte Saison), sowie Haloti Ngata. Matthew Stafford blieb diesmal ausnahmsweise Turnover-frei, aber kann er das aufrecht erhalten, wenn die Defense einzubrechen droht und man in Zukunft möglicherweise 10-20-Punkte Rückständen hinterherläuft?

 

Bence
@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

Recap Woche 4 – Extra Points

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