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Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen anhand eines etwas anderes Prinzips näherbringen. Nun denn, kommen wir zum NFL Spielwochenende Nummer 3, und wer hätte gedacht, dass…

 

34 DAL vs STL 31

… Austin Davis die 2,5te Woche in Folge soliden Football spielen kann. Eine 72%-ige Completion Rate und ein Passer Rating um die 93 ist vermutlich mehr als man sich von Sam Bradford und sogar Shaun Hill hätte erwarten können. Man muss erneut erwähnen, dass hier die hochgelobte Defense der Rams noch um einiges besser spielen muss, ansonsten ist das ‘overachieving’ von Austin Davis leider umsonst.

… am Ende des Tages die Cowboys Defense doch noch das Spiel entscheidet. Nach zwei recht überraschenden Wochen, an denen die Defense über den Erwartungen Vieler gespielt hat, konnte man nicht vermuten, dass sie auf einmal so zusammenbricht, wie gegen die Rams. Wie im vorigen Punkt bereits erwähnt, Austin Davis und die Rams Offense ist keine schlechte, dennoch würde man sich erwarten, dass man den Aufschwung nutzen kann. Man darf aber auch keine endgültigen Schlüsse daraus ziehen, denn immerhin haben zeitweise tatsächlich 3 Starting LB gefehlt. Freuen darf man sich, zwar nur sehr kurz und verhalten, über die entscheidende Interception.

… DeMarco Murray nach drei Wochen die Liga mit Rushing anführt. Noch unglaublicher ist wohl, dass er bisher auch in jedem Spiel einen Fumble hatte. Wenn er das nicht bald einstellt, wird ihm der Rekord von über 2300 Yards Rushing wenig bringen, wenn er gleichzeitig den Fumble-Rekord mit 20+ bricht.


17 HOU vs NYG 30

… die Giants guten Football spielen können, wenn sie mehr Wert auf das Laufspiel legen.

Okay, es waren sich natürlich fast alle einig, dass es längerfristig gesehen besser wäre, wenn man den Ball aus den Händen von Eli herausnimmt. Wenn die Giants diese Art von Gameplan weiterfahren, steht ihre Saison plötzlich nicht mehr unter den selben schlechten Vorzeichen, wie noch zu Beginn. Zusätzlich können sie auch bald mit der Rückkehr eines Odell Beckham Jr. rechnen, der ihnen wieder eine neue Dimension der Explosivität bringen wird.

… die Texans Defense nicht alleine durch JJ Watt die gesamte Liga zerstören wird.

Okay, auch das ist natürlich für viele von Anfang an klar gewesen, dennoch war es überraschend, dass seine Mitstreiter rund um Brian Cushing, D.J. Swearinger und Whitney Mercilus dermaßen hilflos gegen die Offensive Line der Giants agieren werden. Hier wird JJ sicherlich ein paar nette Worte an seine Kollegen gerichtet haben, denn mit solchen Leistungen werden sie ihren Turnaround nicht, wie erhofft, locker und lässig hinlegen können.

… ein Spiel durch die (Negativ-) Leistungen eines Ryan Fitzpatrick entschieden wird.

Okay, dies war natürlich ebenfalls abzusehen. Fitzmagic wird sich in Zukunft zusammenreißen müssen, da, wie bereits oben erwähnt, nicht nur seine Defense von seiner Unterstützung abhängig ist, sondern logischerweise auch die eigene Offense.

Diese wird nämlich für viele Defenses ein einfaches Ziel darstellen, sollte man noch länger ohne Arian Foster auskommen müssen. Wenn man als gegnerische Defense nämlich den Fokus auf einen Rookie-RB (Alfred Blue) und einen Turnover-anfälligen QB (Ryan Fitzpatrick) richten kann, scheint die Aufgabe überaus machbar zu sein.


9 MIN vs NO 20

… Teddy Bridgewater bereits in Woche 4 die einzige und gesamte Hoffnung der Minnesota Vikings darstellt. Selbst wenn die Verletzung von Matt Cassel nicht passiert wäre, hätte Mike Zimmer sehr gründlich darüber nachdenken müssen, ob es nicht bereits an der Zeit gewesen wäre, seinem Rookie den Vortritt zu lassen. Aber wie es das Karma so will, wurde ihm die Entscheidung abgenommen und die Teddy-Ära ist nun offiziell eingeläutet. Anders als bei Blake Bortles, ist Teddy schon soweit NFL-ready, dass er Spiele solide runterspielen kann. Er wird dennoch weitere Hilfe von seiner Offensive Line benötigen, die bisher weit unter den Erwartungen spielt. Es sind an sich genug Targets da, aber muss man in den ersten Wochen bestimmt größeres Augenmerk darauf legen, wie man Teddy bestmöglich unterstützen kann.

… die Saints tatsächlich noch gewinnen können. Es war zwar erneut keine klassische Saints-Leistung, die man sich vielleicht sonst erwarten würde, aber diesmal hat es zumindest für einen Sieg gereicht. Khiry Robinson hat den Platz von Mark Ingram genauso gefüllt, wie es von ihm erwartet wurde und er könnte sich in weiterer Folge als Joker für eine Saints Offense erweisen. Somit kann man die Offense noch besser einstimmen – Khiry für die harten Yards am Boden, Pierre Thomas als Change-of-Pace RB und Third-Down RB und Brandin Cooks in der Rolle des Explosiven Playmakers a lá Darren Sproles. Kommende Woche spielt man gegen eine Cowboys Defense, die man, zumindest am Papier, einfach in Grund und Boden spielen können sollte.

… die Defense von Mike Zimmer war “gut” ist, aber noch nicht gut genug. Nachdem man 30 Punkte von den Patriots hat einstecken müssen, deren Sache natürlich auch durch Matt Cassel-Turnover erleichtert wurde, konnte man tatsächlich nun eine Drew Brees Offense auf nur 20 Punkten begrenzem. Für die kommenden Spiele MUSS die Vikings Defense das Team tragen, denn am Papier sieht die nahe Zukunft nicht einfach aus. Die kommenden Wochen spielt man eine Atlanta Offense, eine Green Bay Offense und eine Detroit Offense. Obwohl jedes dieser Teams über eine mehr als nur schwache Defense verfügt, kann man es sich als Vikings Defense nicht leisten, einfach darauf zu Vertrauen, dass ihre Offense, die von einem Rookie-QB angeführt wird, für sie das Spiel gewinnt. Man hat es bereits diese Woche vorgezeigt, was eigentlich möglich wäre. Mike Zimmer gehört zu den besten Defensiv-Köpfen der Liga und weiß bestimmt welche Wichtigkeit die kommenden 3 Spiele für sein gesamtes Team haben werden.


 7 TEN vs CIN 33

… ich dermaßen schnell vom Titans Bandwagon absteige, zumindest mit einem Bein. Die Run-Defense ist sehr fragwürdig und man macht nicht genug Gebrauch vom vorhandenen Talent im offensiven Backfield (weiß Ken Whisenhunt überhaupt, dass es so jemanden wie Bishop Sankey gibt?). Zum wohl wichtigsten Punkt komme ich sogleich…

… Jake Locker sich a) wieder verletzt und b) wieder ausschaut wie eine schlechte Kopie von Caleb Hanie. Wenn man nur 50% seiner Pässe anbringt und dabei 2 grauenhafte Interceptions wirft, kann man einfach nicht gewinnen. Aufgrund bzw. dank Lockers Handgelenksverletzung haben die Titans nun die Möglichkeit zu überprüfen, ob Zach Mettenberger der Quarterback der Zukunft ist. Wenn nicht, hat man nächstes Jahr im Draft dank einem hohen Pick wahrscheinlich die Möglichkeit einen “Franchise-QB” zu ergattern.

Wie schon sehr oft in unseren Podcasts erwähnt: das Talent am Roster ist vorhanden, bloß der Quarterback fehlt!

… Andy Dalton nach seiner Vertragsverlängerung doch nicht so gut ausschaut, wie sonst in der Regular Season. 2 Touchdowns und 1 Interception in 3 Spielen ist weit unter jeglichen Erwartungen. Auch wenn 33 Punkte möglicherweise eine andere Sprache sprechen, die Bengals hatten in dieser Saison grobe Schwierigkeiten in der Redzone, und auch dafür ist zum Großteil Dalton verantwortlich. Es ist bereits so weit gekommen, dass man auf Trickspielzüge setzen muss, um den Ball in die Endzone zu bekommen.

Im Moment ist Dalton ein “Game-Manager” und bei weitem kein Quarterback, der die Bengals zu Playoff-Siegen führen kann.


23 BAL vs CLE 21

… die Ravens nach der Ray Rice Saga so schnell guten Ersatz finden. Der vor dem Draft noch eher unbekannte Runningback wurde heuer in der 4. Runde gepickt und hat nach der Verletzung von Bernard Pierce nun bewiesen, dass er die Investition wert war. 18 überaus physische und beeindruckende Rushes für 91 Yards sollten ihm in Zukunft noch mehr Ballberührungen verschaffen und der, nach der neuerlichen Verletzung von Dennis Pitta, dezimierten Ravens-Offense eine neue Dimension verleihen.

… die Browns nach 3 Spielen eigentlich genausogut 3-0 sein könnten. Auf eine sehr knappe und durch einen dumm-verteidigten Fake-Punt verursachte Niederlage gegen die Steelers in Woche 1 folgte ein beeindruckender Sieg gegen die Saints. Diese Woche waren es 2 verfehlte Field Goals (eines traf den Goalpost, ein weiteres wurde geblockt), die den Browns den Sieg kosteten. Für ein Team, dass viele vor der Saison gar nicht auf dem Radar hatten, tun sich die Browns offensiv und defensiv nicht schlecht.

Man sollte jedoch lernen Spiele zu Ende zu spielen.

… die Browns No-Names in der Offense doch beeindruckende Leistungen liefern. Angefangen mit Brian Hoyer, über das Rookie-Runningback-Duo Terrence West und Isaiah Crowell bis hin zu Receivern wie Andrew Hawkins, Miles Austin und Taylor Gabriel. Dabei darf man nicht vergessen, dass die zwei größten Namen (Ben Tate und Jordan Cameron) verletzt bzw. noch nicht 100% fit sind. Neben dem Untergang der Buccaneers ist das bisher wohl die überraschendste Story der NFL.


44 IND vs JAX 17

… man sein Versprechen so schnell brechen kann. Die gesamte Zeit nach dem Draft haben uns die Jaguars versichert, dass Blake Bortles seine Rookie-Saison nur von der Bank aus miterleben wird. Nun ist seine Zeit schon in Woche 4 gekommen. Es ist vielleicht nicht ideal, aber wie wir bereits letzte Woche erwähnt haben, wohl dennoch die bestmögliche Entscheidung die Gus Bradley treffen konnte. Spannend wird jetzt, ob Blake Bortles nun zu den Quarterbacks gehört, die viel vom selber spielen mitnehmen können, oder dann doch zu den gehörte hätte, für die es besser gewesen wäre, die erste Saison von der Seitenlinie aus zuzuschauen.

… die Colts nun tatsächlich das richtige Mittel im Running-Game gefunden haben. Sowohl Ahmad Bradshaw, als auch Trent Richardson produzieren nun die zweite Woche in Folge durchaus solide Leistungen in unterschiedlichen Spielsituationen. Nicht nur das, aber auch Andrew Luck hat seine Bälle an 9 verschiedene Receiver verteilt, die noch dazu alle mindestens 2 Bälle gefangen haben. Diese Balance einer Offense haben nicht viele Teams der NFL und könnte die Colts wieder an die Spitze der AFC South katapultieren, und auch dort halten.

… das größte Problem der Jaguars nach wie vor die Defense ist. Sämtliche Veteranen, die Gus Bradley gefolgt sind, erweisen sich als Fehlgriffe. Vereinzelte Talente wie LB Paul Posluszny und S Johnathan Cyprien sind einfach nicht genug. Das Beste, das die Jaguars nun machen können, ist ihrem Scouting Department sofort den Auftrag zu geben, die besten Defense-Spieler im College ausfindig zu machen, denn man wird erneut innerhalb der Top-5, wenn nicht sogar der Top-3 picken. Und nachdem die Offense soweit, zumindest an den wichtigen Positionen, mit hohen Picks ausgerüstet ist, muss man sein Augenmerk nun auf die Verteidigung richten und entweder einen Top Pass-Rusher holen, oder den besten Cornerback, den man finden kann.


 9 OAK vs NE 16

… die Raiders auswärts nur eine Holding-Strafe von einer Overtime gegen die “übermächtigen” Patriots entfernt waren. Dieses Statement bedarf wohl keiner weiteren Erklärung.

… Tom Brady gegen eine mittelmäßige Oakland-Defense zuhause nur 16 Punkte scoren kann. Die Serie an mangelhaften Leistungen setzt sich fort, auch wenn das wohl durch die poröse O-Line bedingt ist, die mit dem Abgang von Logan Mankins einen Eckpfeiler verloren hat. Weniger als 300 Yards an Offense sind gegen einen inferioren Gegner dennoch unentschuldbar und man muss aufpassen, dass man auch vermeintlich schlechtere Gegner nicht unterschätzt (wie z.B. Kansas City diese Woche).

… Derek Carr ein wenig seinem großen Bruder ähnelt. Er beendete seinen Nachmittag mit knapp über 170 Yards, 0 Touchdowns und einem Pick, vieles davon ein Produkt sehr kurzer Pässe. Man sollte Carr das Risiko eingehen lassen hin und wieder einen tiefen Ball zu werfen, sonst läuft man Gefahr, eine Checkdown-Maschine aus ihm zu machen – eine Tendenz, die in Zukunft vielleicht nicht so einfach zu überwinden sein wird.


37 PIT vs CAR 19

… die Panthers Front-Seven auf einmal 265 Rushing Yards zulässt.

… Le’Veon Bell und LeGarrette Blount dermaßen in Pittsburgh einschlagen.

Ich fasse diese beiden Punkte zusammen, denn sie gehen Hand in Hand.

Es ist mir unerklärlich, wie eine so formidable Defense wie die Panthers auf einmal ausschaut wie die 2013-Version der Chicago Bears oder Dallas Cowboys: Null Pass Rush, Run Defense nicht vorhanden. Es kann nicht nur an der Suspension von Greg Hardy liegen, denn letzte Woche war die Defense auch ohne Hardy noch überdurchschnittlich gut.

Erklärung #2 wäre wohl, dass die Rushing Offense der Pittsburgh Steelers einfach ausgezeichnet ist. Und ja, das ist sie! Le’Veon Bell ist im Moment der beste Runningback in der NFL, sein “partner in crime” (unbeabsichtigtes Wortspiel) spielt die Rolle des komplementären RB mehr als nur gut. Man kehrt in Pittsburgh zu den guten, alten Zeiten des Smashmouth-Football zurück und man muss nicht mehr nur auf Big Ben vertrauen; ein Konzept, das sicherlich zielführend ist.

Dennoch haben die Panthers letztes Jahr auch die besten Runningbacks gestoppt und die besten O-Lines der Liga überwältigt. Es bleibt die Frage, was in Carolina schief läuft, denn Cam Newton und seine Offense brauchen jegliche Unterstützung, die sie nur bekommen können.

… James Harrison doch noch zurückkommt. Nach den Verletzungen von Jarvis Jones und Ryan Shazier muss nun der Veteran Stabilität ins Linebacking Core der Steelers bringen. Beide Verletzungen treffen die Steelers sehr hart. Jones begann gerade in Form zu kommen und Shazier war wohl ein früher Favorit auf “Defensive Rookie of the Year”.

Zu allem Überfluss verlor man auch noch Ike Taylor, der zwar nicht mehr so gut war, wie vor einigen Jahren, dennoch aber bei weitem besser war, als jeglicher Backup im Steelers Roster.

Es wird interessant, wie die Steelers Defense auf die nun kommenden Veränderungen reagiert.


27 CHI vs NYJ 19

… die Schiedsrichter so früh in der Saison schon das zweite Monday-Night-Spiel entscheiden. Wer auch immer Football-Wetten abschließt, sollte in Zukunft von solchen Spielen fernbleiben, denn einige Calls (PI gegen Jeffery, Cutler Strip-Six) waren, wie beretis letzte Woche, sehr eigenartig. Die mittelmäßige Leistung von Geno Smith (vor allem in der Redzone) kann man jedoch nur ihm selbst vorwerfen bzw. dem grauenhaften Playcalling von OC Marty Mornhinweg zuschreiben.

… die Bears Defense schon die zweite Woche in Folge beweisen kann, dass sie wieder Richtung Lovie Smith-Niveau unterwegs ist. 4,4 YPC sind zwar immer noch keine Weltklasse-Leistung, aber gegen die Top Rushing Offense der NFL ist das im Rahmen des Akzeptablen, vor allem wenn man bedenkt, welche Leistungen man letztes Jahr gegen weit schlechtere Teams abgeliefert hat. Wie bereits im Podcast besprochen sind die Bears dank dieser Defense aus heutiger Sicht wohl das beste und kompletteste Team in der Division.

Man darf auf das Matchup gegen Aaron Rodgers gespannt sein.

… Jay Cutler trotz zweier fehlender O-Line Startern den exotischen Blitzes der Jets trotzen kann und dabei wohlgemerkt fehlerfrei bleibt! Rex Ryan hat in dem Spiel seine ganze Trickkiste aufgewendet, um Cutler und seine O-Line zu verwirren. Der Druck auf Cutler war groß, einige Interceptions wurden durch Jets Verteidiger gedroppt, dennoch war das Matchup Alshon Jeffery/Martellus Bennett gegen die Jets Secondary kein gleichwertiges. Ein gesunder Brandon Marshall hätte wohl noch mehr Schaden angerichtet.

 

Bence
@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

 

Recap Woche 3 – Wer hätte gedacht, dass…