Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen in drei Punkte teilen. Unser klassisches ‘wer hätte gedacht, dass…’ ergänzen wir durch ‘was zu erwarten war’ und bringen euch auch einen Extra Point!uncertainty-md

28 DAL vs ATL 39

Was zu erwarten war:

Auch eine Kombination von Brandon Carr (hah!), Mo Claiborne (hah…) und Tyler Patmon kann Julio Jones weder stoppen, noch verlangsamen. Nach einer sehr ruhigen ersten Halbzeit, in der die Dallas Offense spielbestimmend war, erwachte das Monster rund um Matt Ryan, Julio Jones und Devonta Freeman zum Leben. Julio beendete schließlich das Spiel mit 12 Catches für 164 Yards und 2 Touchdowns, und Devonta Freemans unglaubliche Leistung von 35 Touches, 193 Yards und 3 Touchdowns waren zu viel für die Cowboys, und wohl auch für alle zukünftigen Gegner der Falcons. Denn mit derartigen Skillplayern, einem zurückkehrenden Tevin Coleman im Backfield und einem Roddy White, ist diese Falcons Offense schwer zu stoppen. Man darf gespannt sein, wie zukünftige Defenses gegen sie gameplanen werden.

Wer hätte gedacht, dass…

das Playcalling der Cowboys so einfach wieder in alte (fehlerhafte) Muster zurückfällt. Mit einer OL, die das Potential besitzt, jegliche Front-7 der NFL zu kontrollieren und zu dominieren, übergibt man lieber die Verantwortung an Brandon Weeden, einen Sieg sicher nach Hause zu fahren bzw. später im Spiel überhaupt zu holen. Ganz in Erinnerung an frühere Cowboys-Spiele vergaß man regelmäßig auf das Laufspiel und war anscheinend zufrieden, mit Checkdown-Champion Weeden in der zweiten Halbzeit einer Niederlange entgegenzufahren.

Extra Point:

Die Falcons sind in ihrer Division gleichauf mit den Carolina Panthers, ebenfalls 3-0. Herauszuheben ist hierzu, dass man Carolina erst in Woche 14 (Rematch in Woche 16) spielt. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wer bis zu diesen zwei Spielen die Nase vorne behalten wird, denn man darf wohl ruhigen Gewissens New Orleans und Tampa Bay aus diesem Rennen ausschließen.


20 CLE vs OAK 27

Was zu erwarten war:

Die Browns können keine Siegesserie aufrechterhalten und schenken durch dumme Fehler leichtfertig eine solide Leistung in der ersten Halbzeit her. Nach einem Roughing-the-Kicker erlaubte man den Raiders einen TD statt nur einem FG. Danach beging man einen False Start bei 4th-and-Goal and der gegnerischen 1, wozu man seinerseits zu einem FG gezwungen war. Ein 8-Punkte-Swing, der unter Umständen zu einem anderen Ergebnis hätte führen können.

Wer hätte gedacht, dass…

Amari Cooper auch gegen Joe Haden dominieren kann. Der Rookie lief Kreise um den hochgehandelten Browns-CB und fing 8 Bälle für 134 Yards. Er alleine scheint für den anhaltenden Aufwärtstrend Derek Carrs verantwortlich zu sein, denn eben selbiger schaffte es schon das zweite Spiel in Folge für über 300 Yards zu werfen (351 & 314); beide Male hatte Cooper mit über 100 massiv seine Finger bzw. Hände im Spiel. Auch Carrs Protection scheint sich stark verbessert zu haben. Alles in allem beginnt diese Raiders-Offense sehr legitim auszusehen, denn mit Latavius Murray hat man auch im Laufspiel eine überaus gute Option!

Extra Point:

Charles Woodson macht in seiner 18. Saison, im Alter von 38 Jahren, eine überaus athletische game-winning-INT. Wer hätte gedacht, dass man in der heutigen Zeit, in der 3- und 4-Receiver-Sets Standard sind, auf der Safety-Position ins dermaßen hohe Alter noch spielen kann.


27  CAR vs NO 22

Was zu erwarten war:

Der New Orleans Quarterback zeigt eine klassische New-Orleans-Quarterback-mäßige Leistung mit 31 von 38 Pässen für 310 Yards. Genau diese Performance haben wir von Drew Bre……Luke McCown erwartet! McCown ist übrigens der 34-jährige Backup Quarterback der New Orleans Saints. Nach diesem Spiel kann man mehreren Leuten riesigen Respekt zollen, allen voran Sean Payton. Denn im dritten Jahr in seinem System konnte McCown einfach reinkommen und ein überaus solides Spiel abliefern; selbst die eine Interception ist nur durch eine unglaublich spektakuläre Catch-Einlage von Josh Norman auf das Statsheet gekommen. Aber am Ende des Tages hat selbst diese Leistung nicht zu einem Sieg gereicht. Besonders tragisch ist es, dass man nicht nur gegen einen Division-Gegner verloren hat, sondern dadurch mit einem 0-3 Record weiterhin ex-aequo Ligaschlusslicht ist.

Wer hätte gedacht, dass…

Carolina mit 3-0 an der Spitze der Division stehen wird. Man verliert seinen besten Receiver im Trainingscamp und die Offensive Line ist nach wie vor eine vermeintliche Schwachstelle. Allerdings reicht den Panthers seit einiger Zeit Cam und die Defense. Es wird interessant, wie lange diese Magie aufrecht erhalten werden kann. Vielleicht ist wieder erst in den Playoffs Schluss, denn bis dorthin stehen ihnen eigentlich (derzeit) nur die Falcons im Weg.

Extra Point:

Wie zuvor bereits kurz angesprochen: der Game-Winning Pick von Josh Norman war UNGLAUBLICH! Alle, die den Catch von ODB ganz oben auf ihre Liste der Top-Catches setzen, müssen sich die Josh Norman Interception am besten in Slow-Mo anschauen! Check this!


6 STL  vs  PIT 12

Was zu erwarten war:

Antonio Brown dominiert, mit welchem QB auch immer, seine Konkurrenz, die im Fall von Janoris Jenkins und co. diesmal schwach ausfällt. Le’Veon Bell kehrt ähnlich stark von seiner Zwangspause zurück, bleibt aber aufgrund der starken Front-7 des Gegners ein wenig unter den Erwartungen. Kaum auszudenken, wie stark diese Offense mit Big Ben wäre… Leider bleibt es zumindest bis November hier beim Konjunktiv.

Wer hätte gedacht, dass…

Die Rams aus dem Ausfall von Ben Roethlisberger kein Kapital schlagen können. Michael Vick kann bewiesenerweise nicht mit Druck vom Gegner umgehen und schenkt in solchen Situationen auch den einen oder anderen Ball her; gesagt, getan (auch wenn sein Fumble von einem Teamkollegen recovered wurde). Dennoch konnten Nick Foles und seine offensiven Leidensgenossen von unzähligen 3-and-Outs im 4. Viertel nicht profitieren. Die Offense ist und bleibt der Schwachpunkt des Teams, wodurch eine Playoff-Teilnahme bis zur Korrektur dieses Fehlers unmöglich scheint.

Extra Point:

Das Spiel in St Louis startete mit einer halben Stunde Verspätung, da eine Feuerwerkskörper-Fehlfunktion beim Teameinlauf einen Brand auf dem Spielfeld auslöste, der den Kunstrasen beschädigte. Kein gutes Jahr für NFL und Pyrotechnik. Dennoch: Ob das der Grund dafür war, wieso das Stadion halbleer war und der Rest des Publikums aus großteils Steelers-Fans bestand? Ein Move nach L.A. ist für die Rams bitter nötig!


51 NE vs JAX 17

Was zu erwarten war:

Die Patriots Offense, und eigentlich auch die Patriots Defense, haben keine Probleme mit den Jaguars. Das gesamte Patriots Team spielt derzeit absoluten Top-Football, nämlich in allen drei Phasen des Spiels. Der “F-U-Mode” in dem Tom Brady und die gesamte Organisation unterwegs ist, ist faszinierend. Das Spiel war lange, lange unter Kontrolle, aber Tom Brady spielte dennoch das gesamte Spiel durch. Man will meinen, Jimmy G. hätte bereits zu Beginn des dritten Viertels reinkommen können, aber Tom Brady will der NFL eines auswischen und sich den MVP-Titel holen. Somit wird er vermutlich das ganze Jahr über das Spielfeld nicht verlassen, egal wie deutlich man vorne ist.

Wer hätte gedacht, dass…

die Patriots doch Milde walten lassen und die Jaguars die gesamte erste Halbzeit “mitspielen” lassen. Mit einem Score von 20-3 ging man in die Halbzeitpause und die Jaguars haben vermutlich im Unterbewusstsein gedacht, sie wären noch im Spiel. Aber dieses Jahr ist mit diesen Patriots nicht zu spaßen! Wie bereits im vorigen Punkt erwähnt, werden die Patriots jeden Gegner bis zum Schlusspfiff so gut es geht aus dem Stadion schießen. Egal was man dazu meinen möchte, ein Team mit einer derartigen Einstellung spielen zu sehen macht Freude!

Extra Point:

Das Patriots-Runningback-Karussell scheint sich weiter zu drehen. Zumindest hatte es den Anschein, wenn man nur die Stats betrachtet. LeGarrette Blount bekam 19 Touches, Dion Lewis 13 und selbst James White durfte 6-mal den Ball berühren. Eines kann man nicht abstreiten, Bill Belichick weiß haargenau was er tut. Er wusste, dass dies ein Spiel wird, in dem man etwas herumprobieren kann und auch andere Aspekte der Offense herausarbeiten kann. Man konnte nun sehen, was James White zu bieten hat, konnte nach den letzten Wochen etwas Last von den Schultern Dion Lewis’ nehmen und Blount vollführte sein übliches Powerrunning.


19 HOU vs TB 9

Was zu erwarten war:

Mike Evans kehrt von seiner Verletzungspause zurück, als ob nichts gewesen wäre. Über 100 Yards gegen eine gute Texans-Defense können sich durchaus sehen lassen. Mit noch mehr Heilungszeit kann Evans sicherlich noch einen Schritt nach vorne machen und zu einer noch besseren Waffe für Jameis Winston werden; eine, die er nach ASJs Verletzung bitter notwendig hat. An einem lauen Abend für Tampa war Evans’ Rückkehr fast der einzige Hoffnungsschimmer, auch weil Doug Martin im Laufspiel nicht an Preseason-Leistungen anknüpfen konnte.

Wer hätte gedacht, dass…

Alfred Blue eine Arian Foster-Performance abliefert, nachdem er letzte Woche sogut wie gebencht worden ist. Gegen eine stärkere Defense schaut die Sache sicherlich anders aus, aber man hat nun einen Blueprint, wie man trotz Mallett/Hoyer (diesmal sogar durchschnittlich gut!) Spiele gewinnen kann, wenn JJ Watt einmal nicht wie üblich den Statsheet dominiert. Auch letzteres war, ob der Stärke der Bucs O-Line, eine nicht minder große Überraschung.

Extra Point:

Bucs Kicker Kyle Brindza hatte einen grottenschlechten Tag. Insgesamt 4 Kicks (3 FGs, 1 XP)  verfehlte der Rookie, und das in einem Indoor-Stadion! So etwas erinnert an David Akers’ Leistungen zu Beginn der letzten Saison. Abzuwarten, ob und wann man sich nach einem Upgrade umsieht.


47 ARI  vs SF 7

Was zu erwarten war:

Die Cardinals haben gegen die schwächelnden 49ers keine Probleme und fahren mit einem Sieg nach Hause. Die Art und Weise, wie dieser allerdings zustande kam, ist beachtenswert. Chris Johnson fand mit insgesamt 150 Yards seine zweite Jugend und Carson Palmer spielt weiterhin auf einem tollen Niveau, welches wiederum zu einem großen Teil an seiner guten Protection und dem scheinbar wieder 25-jährigen Larry Fitzgerald (134 Yards, 2 TDs) liegt. Mit dieser Konstanz ist den Cardinals die Division sicherlich nicht mehr zu nehmen.

Wer hätte gedacht, dass…

Colin Kaepernick ohne Jim Harbaugh dermaßen aufgeschmissen ist. 4 INTs in der ersten Hälfte legten den Cardinals praktisch vom Kickoff an einen dominanten Sieg auf. Man konnte aufgrund der Turnover und dem frühen Rückstand seine größte Stärke, Carlos Hyde und das Laufspiel, nicht mehr ausspielen und wurde deswegen verdienterweise mit einer Ohrfeige nach Hause geschickt. So traurig es klingt, diese Leistung war ein Spiegelbild unserer Erwartungshaltung an dieses 49ers Team nach ihrer unterirdischen Offseason

Extra Point:

Bruce Arians macht es Bill Belichick nach und scored weiterhin im 4. Viertel, auch wenn man unaufholbar vorne liegt. Wie bereits erwähnt macht es viel Spaß, Teams mit so einem Mindset beim Spielen zuzusehen, auch wenn das Spannungselement nicht mehr unbedingt vorhanden ist.


26 SEA vs CHI 0

Was zu erwarten war:

Die Seattle Seahawks “rebounden” mit einem Pflichtsieg gegen ein implodierendes Team aus Chicago. Wir alle hätten gerne die Chicago Offense von Adam Gase in voller Besetzung gesehen – mit einem Jay Cutler und Alshon Jeffery; leider bekamen wir nur Jimmy Clausen und ein paar “Receiver” zu sehen. Dieser beendete seinen Tag mit 9 von 17 Pässen für unglaubliche 63 Yards und dem leading Receiver (Tight End) Zach Miller, mit ebenso unglaublichen 21 Yards bei einem (sprich 1) Catch. Einen Sieg wie diesen haben die Bears in den nächsten Wochen ebenfalls bitter nötig, allerdings wird dieser erst kommen können, wenn Jay und Alshon wieder mit an Bord sind. Bis dahin heißt es für alle Bears Fans (wendet euch an Philipp für weiter Fragen): es ist nie zu früh die Free Agent Klasse 2016 zu durchforsten….

Wer hätte gedacht, dass…

man früher oder später jemandem anderen als der OL der Seahawks die Schuld an einer schlechten offensiven Performance geben könnte, nämlich Russell Wilson selbst. Klar, die Offensive Line ist nicht die solideste Unit der Seahawks, allerdings ist hier die Sache mit Andrew Luck und den Colts zu vergleichen. Auch dort wird weitestgehend davon gesprochen, wie porös die Line der Colts ist, allerdings führt Luck die Turnover-Kategorie der NFL an. Es kann natürlich auch einfach nur ein “off-day” von Russ gewesen sein, allerdings muss man sich in Zukunft viel genauer ansehen, wer denn tatsächlich die Schuld an einem Sack trägt. Ein Beispiel: Klar ist es nicht direkt ideal Jimmy Graham einen Edge-Rusher wie Pernell McPhee blocken zu lassen, wenn man sich jedoch das Play genauer ansieht, könnte man meinen, dass andere QBs wie ein Tom Brady oder Aaron Rodgers, nicht sofort Panik geschoben hätten und in seine Arme gelaufen wären, sondern in die Pocket gestiegen wären, um weiterhin Entscheidungen treffen zu können. Dieses und ähnliches passierte Russ nicht nur einmal…

Extra Point:

Marshawn Lynch war limitiert und nachdem man alle seine jungen Backup-RBs vor der Season losgeworden ist, war es an der Zeit Fred Jackson den Großteil der Last zu übertragen. Wenn da nicht ein junger Mann namens Thomas Rawls wäre, dem die Seahawks im Sommer mehr vertraut haben, als Christine Michael und Robert Turbin. Er enttäuschte nicht und lief für 106 Yards bei nur 16 Carries. Man darf weiterhin gespannt sein, wie viel Ballkontakte ihn in Zukunft erwarten, besonders wenn BeastMode geschont werden muss.


12 DET vs DEN 24

Was zu erwarten war:

Der Lions Secondary kann einem ohne unterstützenden Pass-Rush nur leidtun. Kaum zu glauben, was der Verlust von 2 Spielern (Suh und Fairley) ausmachen kann. Vor allem Darius Slay wurde von den Broncos Receivern wieder und wieder “geburnt”. Da hilft es auch nix, dass die Front-7 CJ Anderson unter Kontrolle hat. Man hätte die Turnovers der Broncos besser ausnützen müssen, aber…

Wer hätte gedacht, dass…

Die Lions Offense schon das dritte Mal weit unter allen Erwartungen liegt. In den letzten Jahre hatte man auch gegen die besten Defenses kein Problem damit, Punkte zu machen, doch heuer scheint alles anders. Grund dafür ist die poröse O-Line und dadurch bedingt die Unfähigkeit Matthew Staffords seine starken Receiver gut ins Spiel zu bringen. Auch scheitern die Lions and vielen Turnovers, die diesmal nicht von der Defense wiedergutgemacht werden können. Die Siegesstrategie von 2014 muss wohl wieder vollkommen umgekrempelt werden.

Extra Point:

Peyton Mannings Name wurde absichtlich noch nicht erwähnt. Trotz Verbesserung ist jedoch weiterhin klar: Manning gehört nicht mehr zu den Top 10 der NFL Quarterbacks. Dies war ein weiteres Spiel, in dem er schwache Bälle warf und seine Receiver für ihn Plays machen mussten, statt umgekehrt. Eine weitere Tatsache ist, dass Denvers 24 Punkte bislang der schwächste offensive Output gegen die Lions Defense waren und man hatte erst gegen San Diego und Minnesota das Vergnügen…

 

Bence
@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

Recap Woche 3 – Extra Points

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