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Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen anhand eines etwas anderes Prinzips näherbringen. Nun denn, kommen wir zum NFL Spielwochenende Nummer 2, und wer hätte gedacht, dass…

 

10 JAX vs WAS 41

… die Redskins mal einen schlechten Personal-Move machen. Denn das Auswählen von RG3 im Draft vor zwei Jahren könnte sich bald als ungemeiner Fehlgriff erweisen. Nicht nur, dass er es einfach nicht schafft gesund zu bleiben, sondern er dreht auch durch seine bisherige Einstellung das gesamte Team gegen sich. Nachdem er geschafft hat, seinen Willen durchzubringen und einen neuen Coaching-Staff zu bekommen, darf nun sein Backup, Kirk Cousins, das Team anführen. Und das tat er die Woche gar nicht so schlecht. Kirk Cousins bekam letztes Jahr schon Einsätze und zeigte dort ebenfalls mehr auf, als sein Vorgänger. Ihm gehört jetzt die Offense womöglich die gesamte Saison lang an. Er kann sich jetzt sehr, sehr viel Geld in der Free-Agency erspielen, und somit das Front Office möglicherweise vor eine noch schwierigere Entscheidung stellen.

… Gus Bradley doch noch so viel Arbeit vor sich hat. Auch wenn vereinzelt Stimmen lauter werden, der Head Coach Job gehöre jemandem anderen zugeteilt, hat sich herausgestellt, dass er noch immer am Beginn seines Rebuilding-Planes steht. Den ersten Schritt, nämlich den einen Franchise-QB an Bord zu holen, hat er schon erfolgreich getätigt, der Rest sieht allerdings nicht wirklich ideal aus. Die Frage wird sein, wie lange die Jaguars bei ihrem Versprechen bleiben, Blake Bortles dieses Jahr nur von der Bank aus zusehen zu lassen. Sollte die Jags Defense so weiterspielen, lernt er mehr vom lockeren “Garbage-Time”-Spielen (im Durchschnitt ja 20-30 Punkte im Rückstand), als vom Zusehen, wie sich Chad Henne durch das Spiel plagt.

… die Redskins Offense ohne RG3, Jordan Reed und Desean Jackson ebenso gut, wenn nicht sogar etwas besser, funktionieren kann. Kirk Cousins und Niles Paul erwiesen sich als Match-Winner und lassen auf Gutes hoffen. Interessant wird sein, wie diese Spieler performen können, wenn sämtliche NFL Teams in Zukunft gegen sie Gameplans machen können. Wie gesagt, das Team gehört nun Kirk Cousins, so aber auch die Aufmerksamkeit der gesamten Liga. Ob er besser mit dem Druck umgehen kann, als RG3, wird sich zeigen.


25 ARI vs NYG 14

… die Cardinals die NFC West anführen würden. Anders als die Texans in der AFC South (siehe Podcast) haben die Cardinals zumindest ein solides Team besiegen können, auch wenn ein Auswärtssieg gegen die 2014-Version der Giants nichts Besonderes zu sein scheint. Der Weg bis zum Thron der Division ist ein langer und es wird schwer nach den vielen Verletzungen die Tabellenposition zu halten.

… Backup-Quarterbacks schon so früh in der Saison so viele Spiele gewinnen können. Nach Derek Anderson und Austin Davis gesellt sich nun Drew Stanton zum Kreis der siegreichen Ersatzspieler. Nicht falsch verstehen, Stanton war bei Gott kein Superstar, aber er hat gut genug gespielt, um die Cardinals das Spiel nicht zu kosten.

Dennoch braucht Arizona Carson Palmer, um sich zumindest eine kleine Chance auf die Playoffs zu wahren.

… Eli Manning sich nur langsam aus der Mittelmäßigkeit emporheben kann. Der Giants-Quarterback hatte keine Weltklasse-Performance, zumindest aber hat er ein paar Würfe gezeigt, die beweisen, dass es sich in der Tat noch um den ehemaligen Superbowl-MVP handelt. Es gibt jedoch noch viel auszumerzen, ob sich das in dieser Saison noch ausgeht, ist zu bezweifeln.


30 NE vs MIN 7

… die Rufe nach Teddy Bridgewater bereits nach zwei Spielen leicht hörbar sind.

Matt Cassel hatte sich mit einer fehlerfreien Performance in der Preseason den Starting-Job erkämpft, nun aber musste er 4 Interceptions gegen die Patriots einstecken. Die Offense zeigte nach dem ersten Scoring Drive Auflösungserscheinungen und kam danach kaum noch in die Nähe der gegnerischen Endzone. Lag es wirklich nur am perfekten Gameplan des Ex-Matt-Cassel-Coaches Bill Belichick?

… die Vikings O-Line doch nicht so stark ist, wie vielleicht vermutet. Matt Kalil hatte letzte Woche schon grobe Probleme mit Robert Quinn, der Vorsprung des Teams erlaubte es der Offense aber, vermehrt auf das Laufspiel zu setzen. Diese Woche kam es nach dem ersten Rückstand zum Desaster. Eine Patriots Front-7, die gegen die vermeintlich schwache Dolphins O-Line noch alt ausgesehen hat, dominierte die Line of Scrimmage nach Belieben (worauf möglicherweise auch die Leistung von Matt Cassel zurückzuführen sein könnte). Ohne Adrian Peterson, der durch sein Laufspiel viel Balance in die Offense bringt, aber wohl noch längerfristig ausfällt, schaut es nicht unbedingt rosig aus.

… die Patriots mehr durch ihr Laufspiel, als durch Tom Brady überzeugen. Stevan Ridley und Shane Vereen konnten gegen eine solide Vikings Defense fast 150 Rushing Yards verbuchen. Dies ist wohl Musik in Tom Brady’s Ohren, denn ihm fehlen sowohl O-Line, als auch Receiver. Mit diesem Rezept sollten die Patriots keine Probleme damit haben, die Führung in der Division zurückzuerobern.


24 NO vs CLE 26

… die Browne ungeschlagen sind, wenn Johnny Manziel zum Passen kommt. Die Vermutungen über diverse JFF Packages schwirren ja seit Wochen in NFL Medien herum, dass dabei aber bisher nur Hand-Offs rausgeschaut haben, war für viele enttäuschend. Der erste Pass Versuch ging, fast so schnell wie er gekommen war, sah aber auf klassische JFF-weise natürlich super spektakulär aus. Es stellt sich hier aber eher die Frage, welche langfristige Strategie die Browns damit verfolgen. Soll etwa gegen Ende der Saison gar ein 2-QB-System aufgezogen werden? Will man Brian Hoyer noch mehr Druck machen? Was es auf jeden Fall sofort bringt, ist eine 5-7 Sekunden Sequenz in einem Football-Spiel, bei der das gesamte Stadion den Atem anhält.

… wie bereits oben kurz erwähnt, die Saints Defense sehr weit unter den Erwartungen spielt. Wenn man bedenkt, dass in zwei Spielen, einmal gegen die Falcons und nun gegen die Browns, ingesamt 63 Punkte abgegeben wurden, ist es auch nicht einfach für Drew Brees und seine Offense hier wirklich Schritt zu halten. Der Frust zeigte sich das erste Mal an der Sideline, wo es zwischen Rob Ryan und Sean Payton zu einem kurzen Wortgefecht kam. Star-Spieler wie Cameron Jordan und Jairus Byrd müssen bald zu ihren Qualitäten zurückfinden, sonst finden sich die Saints schnell wieder ausserhalb des Playoff-Rennens.

… die Sainte plötzlich 0-2 sind. Natürlich muss wieder erwähnt werden,, dass einige Teams unter, bzw. über ihrem eigentlichen Talent-Level spielen (siehe Recap-Podcast). Es sind erst 2 Spiele und der Rest der Division hat mit weitaus größeren Problemen zu kämpfen, als die Saints. Grundsätzlich ist zunächst darauf zu vertrauen, dass die Defense unter Rob Ryan zu ihrer alten Form zurückfinden wird, und dadurch auch entsprechend die Offense unterstützen wird können, die aber zunächst einen sehr solide spielenden Mark Ingram für einige Wochen ersetzen wird müssen. Abhilfe schaffen kann hier ihr Schedule, denn die nächste Spiele vor der Bye-Week in Woche 6 sind die Vikings, Cowboys und Tampa Bay.


10 ATL vs CIN 24

… Matt Ryan freiwillig das Spiel fertig spielen wollte. Man bedenke, wie effektiv das Falcons Passing-Game in Woche 1 war und vergleiche das mit Woche 2, in der der längste vollständige Pass gerade Mal über 24 Yards ging; Fazit: Es war die Saints-Defense, die schwach war.

Diese Woche war Matt Ryan von Beginn an unter so großem Druck, dass die meisten Passrouten nicht weiter als etwa 5 bis 8 Yards tief gehen konnten. Da aber die Probleme der Offensive Line nichts Neues sind, bleibt für die Falcons nur zu hoffen, dass Matt Ryan die Saison gesund überstehen kann (bzw. motiviert bleibt).

… die Bengals Offense auch ohne ihren besten Spieler funktionieren kann. Es gilt natürlich wieder zu erwähnen, dass die Falcons Defense kein Maßstab ist, aber der Mix aus Run und Pass war dennoch beeindruckend. Besonders im Hinblick auf mögliche, zukünftige Playoff-Spiele, kann diese Balance entscheidend sein. Die Hauptsache wird nach wie vor sein, Andy Dalton nicht zu viel anzuvertrauen. Das gleichzeitig schlagkräftige, und explosive Backfield rund um Giovani Bernard und Jeremy Hill, könnte die Bengals sehr weit nach vorne tragen.

… sich im Flakons Team so schnell Frust aufbauen kann. Die Aggressivität, und “Disziplinlosigkeit” die das Team bereits in Hard Knocks veranschaulicht hat, scheint nach wie vor ein relevantes Problem zu sein. Zu oft sieht man Falcons Spieler nach dem Play Unfreundlichkeiten austauschen und nicht angemessen reagieren. Klar, Mike Smith hat von einer “Toughness” geredet, die miteinschließt, dass man seine Mitspieler verteidigt, aber dennoch kann man das zu weit führen. Hier muss man sich besonders schnell in Griff bekommen, wobei es aber auch nicht hilft, wenn Führungsspieler wie Roddy White selber anfangen, nach Spielzugende Schläge auszuteilen.


30 HOU vs OAK 14

… man in ein und demselben Spielzug gleich zwei Mal fumblen kann. “Typisch Raiders”, kann man da wohl nur sagen. Wer dieses “Schmankerl” (= wienerisch für eine Delikatesse bzw. etwas Sehenswertes) noch nicht gesehen hat, hier der Link:

http://www.nfl.com/videos/nfl-game-highlights/0ap3000000394605/James-Jones-double-fumble

… die Houston Defense DERMASSEN dominant ist. Man muss gestehen, dass man bis jetzt nicht unbedingt gegen großkalibrige Offenses gespielt hat; nur 20 erlaubte Punkte und 6 Turnovers in 2 Spielen sind trotzdem keine schlechte Ausbeute. Wenn es jetzt schon so gut läuft, was passiert wohl, wenn ein Jadeveon Clowney zurückkehrt…?

… die Raiders immer noch die Raiders sind. OK, ertappt, das ist nicht wirklich überraschend, aber was soll man sonst schreiben, wenn das Spiel so verlaufen ist, wie es sich die meisten vorgestellt haben? Texans Defense dominiert Raiders Offense, Texans Offense kontrolliert den Ball, Texans gewinnen haushoch… Alles nach Plan… Noch Fragen?


17 KC vs DEN 24

… Knile Davis ein besserer Jamaal Charles ist, als Jamaal Charles. 22 Laufversuche für 80 Yards und 2 TDs, sowie 6 Catches für 26 Yards. Knile Davis übernahm sofort und problemlos die Rolle von Charles und konnte darin auch überzeugen, noch dazu gegen eine vermeintlich “gute” Defense. Wie schwer die Knöchelverletzung von Charles ist, ist noch unklar, aber zumindest müssen die Chiefs nicht direkt um ihn bangen, da Knile Davis gezeigt hat, dass er der Rolle durchaus gewachsen ist.

… die vielgerühmte und verbesserte Broncos Defense so undiszipliniert sein kann. Die Verteidigung der Broncos wurde ja bekanntlich nicht nur mit Neulingen aufgefrischt, sondern vor allem mit Veteranen, wie T.J. Ward, DeMarcus Ware und Aquib Talib. Es steht aber dennoch viel Arbeit vor ihnen. Nicht nur, dass die Chiefs das Spiel mit mehr Yards beendet haben, sie haben sich auch noch fast selbst das Spiel gekostet. Das einzig Positive für die Defense ist, dass man zwei Goalline Stops hinbekommen hat, die selbst diesem unverwüstlichen, hart kämpfenden Chiefs Team möglicherweise immer wieder große Stücke ihrer Motivation herausgerissen haben.

… Peyton Manning und die Broncos Offense ihre Rekordjagd vom letzten Jahr nicht wiederholen werden. Okay, das haben vermutlich alle gedacht, da es einfach so gut wie unmöglich ist, eine derartige Leistung zu wiederholen, geschweige den zu überbieten. Obwohl Peyton nach wie vor wie ein Uhrwerk funktioniert, konnte das Running Game noch nicht die gleiche Qualität aufweisen, die es mit Knowshon Moreno hatte. War er möglicherweise doch nicht so schlecht, wie viele gedacht haben?
Dies wird sich im weiteren Verlauf der Saison zeigen und man wird sehen, ob die Broncos das aus Montee Ball rausbekommen, was sie brauchen, oder sie vermehrt mit einem Mix aus Ball, C.J. Anderson und Ronnie Hillman spielen werden. Hier bleibt zu hoffen, dass sie nie zu viel Wert auf das Running Game legen werden müssen.


28 CHI vs SF 20

… ein Harbaugh-geleitetes Team 16 Strafen in einem Spiel erleiden muss. Richtig gelesen, SECHZEHN Strafen für insgesamt 118 Yards, wobei einige weitere abgelehnt wurden. Diese Disziplinlosigkeit hat die 49ers wohl das Spiel gekostet. Man hätte sich ohne der Menge an Flags in der ersten Hälfte, sicherlich einen größeren Vorsprung erspielen können und damit Bears schon zur Halbzeit “wegstecken”.

… die 49ers Offense das Mittelmaß in Reinstkultur darstellt. Colin Kaepernick hat auch letzte Woche gegen eine vermeintlich schwache Defense, trotz einiger Turnovers seitens der Cowboys, nicht viele Punkte aufs Scoreboard gebracht. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Trend gegen bessere Defenses fortsetzt. Wenn ja, haben die 49ers ein Problem (bzw. die Seahawks eines weniger).

… die Bears Defense möglicherweise doch noch zu alten Höhen zurückfinden kann. So schmerzlich der Verlust eines Charles Tillman ist, Kyle Fuller hat mit 2 Picks bewiesen, dass er in die NFL gehört. Viele junge Spieler wie Jon Bostic, Ego Ferguson, Will Sutton, und eben Fuller haben aufgezeigt, aber auch Veteranen wie Lance Briggs, Willie Young und Jeremiah Ratliff hatten starke Partien. Wenn das Niveau aufrechterhalten werden kann, kann man, gepaart mit der explosiven Offense, in der NFC für gehörig Furore sorgen.

 

Bence
@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

Recap Woche 2 – Wer hätte gedacht, dass…