Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen in drei Punkte teilen. Unser klassisches ‘wer hätte gedacht, dass…’ ergänzen wir durch ‘was zu erwarten war’ und bringen euch auch einen Extra Point!uncertainty-md

17 HOU vs CAR 24

Was zu erwarten war:

Ryan Mallett ist noch immer sein altes, unkonstantes Ich. Obwohl seine Completion Percentage schon unter 50% lag, war die Art und Weise wie es zu diesem Wert kam, noch einiges grauenvoller. Malletts Pässe flogen oft meterweit am Receiver vorbei und das obwohl der Texans QB nicht häufig unter Druck war. Die Panthers konnten sich problemlos auf das Texans-Laufspiel konzentrieren, in dem Chris Polk für den schwachen Alfred Blue übernahm; auch hier war demnach nichts zu holen. Bill O’Brien steht eine weitere schwere Entscheidung bevor, denn keiner seiner QBs konnte in den jeweiligen Starts überzeugen.

Wer hätte gedacht, dass…

Die Panthers auch ohne Starspieler wie Star Lotulelei, Luke Kuechly und Kelvin Benjamin gewinnen können, wenn auch mit erheblicher Mithilfe des Gegners (siehe oben). An der schwachen, eindimensionalen Offense wird sich kaum was ändern, aber die Genesung der ersten beiden Spieler könnte die Defense noch ein wenig weiter verstärken und die Unit so in Richtung Top-10 lenken.

Extra Point:

Der JJ Watt Sack-count steht bei 3. In den nächsten vier Wochen spielt man gegen einige schwache O-Lines wie z.B. Tampa, Jacksonville und Indianapolis. Kann Watt jetzt schon die Weichen auf Strahans Uralt-Sack-Rekord stellen?


18 SF vs PIT 43

Was zu erwarten war:

Die Pittsburgh Offense hat absolut keine Probleme, Punkte zu machen, auch nicht gegen eine scheinbar dominante Defense der 49ers. Man kann die Leistung gegen die Vikings beim MNF-Spiel möglicherweise als „normal“ ansehen, denn es wird vermutlich wenige Defenses geben, die gegen eine derartige Offense, wie die der Steelers, ankommen werden können. Man muss allerdings auch bedenken, dass die Steelers vermutlich ohne ihren zweitbesten Offense-Spieler gespielt haben.

Wer hätte gedacht, dass…

Die Offense der 49ers diesmal als „normal“ bezeichnet werden kann. Klar, ohne Carlos Hyde wird es schwer einen sinnvollen Gameplan aufzubauen, andererseits sollte die Steelers Defense auch keine allzu große Herausforderung darstellen. Jedenfalls wird sich das Ganze bei den 9ers einpendeln müssen, denn falls die Defense, aus welchem Grund auch immer, wieder einen (oder mehrere) Ausrutscher erleidet, muss die Offense zumindest in der Lage sein, den Gegner etwas Respekt einzuflößen.

Extra Point:

Antonio Brown hatte knapp 200 Yards Receiving und DeAngelo Williams(!!!) hatte drei Rushing TDs. Der wesentliche Punkt ist, dass Le’Veon Bell ab der kommenden Woche DeAngelo Williams ersetzen wird. So wird es auch absolut verständlich, wenn die Steelers auf den Extra Point Kick endgültig verzichten und jedes Mal die Two-Point Conversion ausspielen. Ab Woche 5 muss eine Defense von der 2 Yard Linie eine Offense verteidigen, die folgende Skill-Player beinhaltet: Big Ben, Le’Veon Bell, Antonio Brown, Martavis Bryant, Marcus Wheaton, Heath Miller, Derrius Heyward-Bey…na dann viel Spaß!


26 TB vs NO 19

Was zu erwarten war:

Gar nichts… Mit Jameis Winstons schneller Verbesserung war genauso wenig zu rechnen, wie mit Drew Brees‘ Schulterverletzung. Mit einem solchen Ergebnis hätte wohl niemand gerechnet.

Wer hätte gedacht, dass…

Die Bucs-Offense mit Jameis Winston mehr Yards erzielt, als der angeblich hochexplosive Angriff von Drew Brees und co. Dies ist jedoch leicht erklärt, denn die Unfähigkeit der Saints auch nur irgendjemanden defensiv zu stoppen, war schon letzte Woche ansatzweise zu sehen. Die Verletzung von Brees vernichtete zusätzlich jegliche Hoffnung auf ein erfolgreiches Spielende. Auch mit gesundem Brees war man offensiv lang nicht so gefährlich, wie von vielen erwartet; mit dem nun zugezogenen Wehwehchen winkt den Saints somit ein recht hoher Draft-Slot und damit die Chance auf Brees‘ Nachfolger! Im Moment ist dies der einzige Lichtstreif am dunklen Horizont in New Orleans.

Extra Point:

Jacquies (sprich: Jack) Smith führt nun mit 4 Sacks die NFL an. Ein Zufall alà Willie Young 2014 oder doch der Beginn einer vielversprechenden Karriere? (Smith hatte schon letztes Jahr mit 6.5 Sacks in der zweiten Saisonhälfte aufgezeigt!)


48 ARI vs CHI 23

Was zu erwarten war:

Jay Cutler wirft eine weitere verhängnisvolle Interception. Nach einem starken Beginn (8/8, 120 Yards, 1 TD) tauchte „Bad Jay“ auf und schenkte dem Gegner mittels Pick-6 7 Punkte. Zu allem Übel verletzte sich Cutler bei dem Versuch, den Verteidiger zu tacklen, somit fällt er mindestens ein Spiel aus. Jimmy Clausen übernimmt nun kurzzeitig die Bears-Offense, und wenn die Leistung gegen die Cardinals auch nur ansatzweise den Charakter der Clausen-Offense widerspiegelt, schaut es für die Bears sehr übel aus.

Wer hätte gedacht, dass…

Jener Cutler, den in der Offseason viele Fans aus Chicago jagen wollten, bei weitem nicht das größte Problem der Bears ist. Die Defense hat maximal 2 Spieler von NFL-Kaliber in ihren Reihen, wodurch es Carson Palmer ein Einfaches war, mit seiner Offense 34 Punkte zu machen. Null Pass-Rush (0 Sacks in 2 Spielen), gepaart mit einem der schlechtesten Backfields der NFL (Was ist mit Kyle Fuller passiert???) – Palmer, David Johnson und Larry Fitzgerald sagen „danke“.

Extra Point:

Rookie David Johnson hat in seinen ersten 2 NFL-Spielen schon 3 TDs erzielt, jeweils ein Rush, eine Reception und ein Kick Return. Er und ein wiedergenesener Andre Ellington könnten mit ihrem Speed viel Schaden anrichten.


24 ATL vs NYG 20

Was zu erwarten war:

Die Giants sind tatsächlich eine Katastrophe, und sie schenken die zweite Woche in Folge eine Führung im letzten Viertel her. Odell Beckham Jr. liefert zwar eine großartige Leistung, wird aber mit 13 Catches von Julio Jones überragt. Beide Teams finden am Boden keinen Rhythmus und belassen es dabei einfach, ihren zwei Superstar-Receivern den Ball zuzuwerfen. Nach der Implosion der Giants letzte Woche, musste man als Giants-Fan tatsächlich mehr Angst haben mit einer Führung in das letzte Viertel zu gehen, als hinten nach zu sein.

Wer hätte gedacht, dass…

Die Giants tatsächlich eine Katastrophe sind, und die zweite Woche in Folge eine Führung im letzten Viertel herschenken. Man spielt zwar sein Ding mehr oder weniger solide runter, Odell Beckham Jr. macht Odell-Beckham-Jr.-mäßige Sachen und die Welt schaut wieder rosig aus. Das Problem bekommen die Giants erst, wenn es heißt ein Spiel fertigspielen zu müssen. Man bekommt zwei „talentierte“ Teams auf den Silbertablett präsentiert und ein 2-facher Superbowl Sieger kann die Spiele nicht finishen…

Extra Point:

Es ist immer ein interessantes Gedankenexperiment, wenn man sich die Ergebnisse der beiden Wochen anschaut, denn die Giants könnten genauso gut mit 2-0 dastehen, wie die Falcons mit 0-2. Atlanta konnte dank der Unfähigkeit seiner Gegner zweimal einen Sieg nach Hause fahren, wohingegen die Giants aufgrund ihrer eigenen Unfähigkeit mit zwei Niederlagen dastehen.


10 STL vs WAS 24

Was zu erwarten war:

Die Rams klopfen sich nach einem hart umkämpften Sieg gegen die Seahawks in Woche 1 zu lange auf die Schulter und übersehen so die vermeintlich schwachen Washington Redskins, die schon letzte Woche gegen Miami – vor allem defensiv – aufzeigen konnten. Joe Barry macht mir seiner Unit einen Klasse-Job und hält eine unmotivierte Rams-Offense unter 220 Yards. Es muss erwähnt werden, dass wohl auch Jeff Fisher zu lange gefeiert hatte, denn die Taktik, Nick Foles 32 Mal werfen zu lassen und nur 12 Mal den Ball an einen RB bzw. Tavon Austin zu übergeben, grob fahrlässig war.

Wer hätte gedacht, dass…

Matt Jones gegen die wohl beste Front-4 der NFL dermaßen einschlägt. Noch 1-2 solche Performances und es wäre möglich, dass der Rookie Alfred Morris als Starter ersetzt. Kirk Cousins rundete die Galavorstellung von Jones (19 Carries, 123 Yards, 2 TDs) mit einer ähnlich guten Leistung ab (23/27, 203 Yards, 1 TD). Sollte die Offense konstant auf diesem Level spielen, ist – mit der starken Defense im Rücken – für die Redskins sicher einiges möglich. Das Problem bleibt aber Cousins, der praktisch eine tickende Zeitbombe ist.

Extra Point:

Rams 1st-Round-Pick Todd Gurley könnte unter Umständen schon diese Woche von seiner Verletzungspause zurückkehren. Das stagnierende Laufspiel rund um Tre Mason, Benny Cunningham und eine junge O-Line wartet schon sehnsüchtig auf seine Wiederkehr.


20 MIA vs JAX 23

Was zu erwarten war:

Die Jaguars liefern den Dolphins ein knapperes Spiel, als es viele angenommen haben. Die Dolphins schwächelten vergangene Woche gehörig gegen die Redskins, und die Jaguars zeigten zumindest vereinzelt ihre Zähne in Woche 1. Letzendlich kam es dazu, dass Blake Bortles einen 2-Minute-Drill anführte (mit kleiner Hilfe einer Dolphins Strafe) und Josh Myers zu einem 28-Yard Game-Winning Field Goal brachte.

Wer hätte gedacht, dass…

Blake Bortles gegen die Dolphins Front-4 keinen einzigen (= 0! Null!) Sacks einstecken muss. Die Investitionen rund um die Defensive Line tragen bereits die zweite Woche in Folge keine Früchte. Das ist besonders alarmierend, wenn man bedenkt, wie porös die Jaguars Offensive Line letztes Jahr gewirkt hat.

Extra Point:

Ryan Tannehill wird möglicherweise konstanter! Wie wir bereits letztes Jahr oft genug besprochen haben, hat Tannehill das Potential zu einem Top-10 QB zu werden. Er führte eine Offense an, die die zweite Woche in Folge ohne merkliches Runninggame spielte (Lamar Miller 10 Carries für 14 Yards), aber dennoch trotz einer weiterhin (unter-)durchschnittlichen Offensive Line zwei 100-Yard Receiver produzieren konnte. Den Dolphins steht trotz der Defense-Leistung eine positive Zukunft bevor, wenn sich Tannehill auf dieser Formkurve weiterbewegt.


33 BAL vs OAK 37

Was zu erwarten war:

Der Verlust von Terrell Suggs tut weh, vor allem den Ravens-DBs, die nun nicht mehr auf einen konstanten Pass Rush vertrauen können. Derek Carr hatte mit über 350 Yards und 3 TDs einen sehr guten Tag und hatte den ganzen Nachmittag lang viel Zeit um Amari Cooper und den wiederaufstrebenden Michael Crabtree mit Bällen zu beliefern (beide über 100 Yards). Nach einer starken Leistung der Ravens Defense gegen die Broncos, machte man am Sonntag wieder einige Schritte nach hinten. Möglicherweise hatte man sich mental noch nicht ganz von der Niederlage in Woche 1 erholt.

Wer hätte gedacht, dass…

Derek Carr dermaßen cool einen Game-winning-Drive zu Ende führt. Mit 2:10 auf der Uhr marschierte er seelenruhig von einem Ende des Feldes an das andere, wo er mit einem TD-Pass auf Seth Roberts abschloss. Nach einem schwachen Beginn gegen die Bengals war das für Carr und die Raiders schon wieder ein Grund zum Optimismus!

Extra Point:

Auch Joe Flacco hatte, anders als ich Woche 1, kein Problem gegen die schwache und Sack-lose Raiders-Defense anzukommen. Knappe 500 Yards an Gesamt-Offense, angeführt von Steve Smiths 150, sprechen Bände und zeigen gleichzeitig auch, dass die Raiders auf dieser Seite des Balles noch einiges aufzuholen haben.


20 NYJ vs IND 7

Was zu erwarten war:

Die strauchelnde Colts-Offensive Line hat große Schwierigkeiten die starke DL der Jets zu kontrollieren. Das Spiel war an sich recht knapp und ausgeglichen, die Colts Offense hatte jedoch keine Chance in einen Rhythmus zu kommen, sei es am Boden oder in der Luft. Man muss sich langsam aber sicher die wichtigen Fragen des Lebens stellen: wie lange wird Andrew Luck noch überleben? Wie lange wird Andrew Luck noch gerne zur Arbeit kommen? Und wer gibt zuerst auf, Ryan Grigson oder Chuck Pagano?

Wer hätte gedacht, dass…

Die Jets, wie in guten alten Rex-Zeiten, ihrer Defense zu jedem Sieg folgen werden können. Ryan Fitzpatrick macht sein Ding, genauso wie Chris Ivory und Bilal Powell ihren Job machen. Spektakulär hingegen zeigt sich die Defense rund um Darelle Revis. Todd Bowles bestätigt weiterhin, dass er zu den besten Defense-Köpfen der Liga zählt und stützt sich auf eine dominante Defensive Line, die in den nächsten Wochen zusätzliche Verstärkung durch Sheldon Richardson bekommt – es heißt “aufgepasst!” für alle gegnerischen Offenses.

Extra Point:

Interessanter Stat, der Diskussionen über Schuldzuweisungen intensiviert: Andrew Luck hat seit 2014 28 Turnovers (21 INT und 7 Fumbles).

 

Bence
@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

Recap Woche 2 – Extra Points

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