Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen anhand eines etwas anderes Prinzips näherbringen. Nun denn, kommen wir zum NFL Spielwochenende Nummer 16, und wer hätte gedacht, dass…uncertainty-md

27 WAS vs PHI 24

… die Eagles nach ihrer vermeintlichen Höhenflug-Saison nun schon in Woche 16 komplett aus dem Playoff-Rennen eliminiert sein werden, noch dazu von den Washington Redskins. Es lag zwar nur indirekt an Mark Sanchez, aber am Ende des Tages ließ die gesamte Leistung des Teams etwas zu wünschen übrig. Obwohl die Defense und die Special Teams zwar immer wieder Big-Plays zeigen konnten und die Defense Line nun mitunter zu den stärksten der Liga zählt, wurden bestimmte Fehler immer wieder von den Gegner ausgenützt (siehe Bradley Fletcher).

… RG3 tatsächlich noch mal einen Start für die Redskins bekommt, und diesen auch gewinnen kann. Er konnte zwar bei weitem nicht überzeugen, machte aber genug um die Eagles zu schlagen. Wie bereits vorhin erwähnt, nach den Cowboys konnten nun auch die Redskins den absoluten Schwachpunkt der Defense (Bradley Fletcher) ein aufs andere Mal ausnützen und somit knapp gewinnen.

… die Zukunft für RG3 selbst nach einem Sieg noch immer unklar bleibt. Ähnliche Unklarheiten auf der QB-Position gibt es aber auch in Philadelphia, denn Mark Sanchez wird ein Free-Agent und Nick Foles hat vor seiner Verletzung alles andere als berauschend gespielt. Wären vielleicht alle mit dem jeweils anderen Quarterback am glücklichsten? RG3 in der Read-Option Offense von Chip Kelly und Mark Sanchez/Nick Foles in der Dink-and-Dunk Offense von Jay Gruden, in der selbst ein Andy Dalton über die Jahre Erfolg hatte.


37 MIA vs MIN 35

… trotz all dieser Punkte ein Special-Teams-Fehler das Spiel entscheidet. Zu einem Zeitpunkt, in dem man als Vikings-Team eigentlich nur noch die Uhr hinunterlaufen muss, um in die Overtime zu kommen, machte man einen schwerwiegenden Fehler: Man erkannte nicht, dass ein DE mit 7 Yards Anlauf von einem RB geblockt werden sollte. Dieser wurde überrannt und so die letzten 2 Punkte erzielt. Alles in einem ein sehr guter Job vom Dolphins ST-Coordinator, der dieses schlechte Matchup erkannte und perfekt ausnutzen konnte.

… Teddy Bridgewater sich spät aber doch als bester QB der 2014 Draft Class etabliert. Kein anderer konnte der immer weiter steigenden Formkurve von Bridgewater auch nur nahe kommen. 19/26 für 259 Yards, 2TDs und 1 INT (nicht Bridgewaters Schuld) hätten eigentlich reichen müssen, um das Spiel zu gewinnen, aber man schaffte es mit der Führung im Rücken nicht, den Ball lang genug in den eigenen Reihen zu halten. Trotzdem muss in Minnesota der Optimismus vorherrschen, denn mit Teddy hat man wahrlich einen Eckstein für zukünftige Erfolge ergattert.

… auch der andere QB in dieser Saison erstaunliche Fortschritte machen kann. Ryan Tannehill ist zwar immer noch sehr unkonstant, wie wir in den Podcasts schon öfters erwähnt hatten, dennoch muss man ihm seine mehr als “guten” Spiele zugute halten. Diese hat man in den letzten Jahren nur selten gesehen. Seine heroische zweite Spielhälfte, gepaart mit einer starken Leistung von Lamar Miller, verhalf den Dolphins zu einem weiteren Sieg.


25 HOU vs BAL 13

… die Ravens in fast schon peinlicher Manier ihre Playoff-Chancen aus dem Fenster werfen. Selbst gegen einen 4th-String-QB beging man zu viele Fehler und erlaubte unzählig viele Possessions in der eigenen Spielhälfte, die dann meistens zu Field Goals verwandelt wurden. Joe Flacco hatte eine der schlechtesten Performances seiner Karriere, und das in einem unglaublich wichtigen Spiel, in dem er wohl nur ein Game-Manager hätte sein müssen.

… ein Texans-Recap nie ohne die Erwähnung des Namens eines gewissen JJ Watt auskommt. Fast im Alleingang zerlegte er die ersatzgeschwächte O-Line und somit die gesamte Offense der Ravens. Flaccos schwache Leistung kann wohl auch auf diesen Mann zurückgeführt werden. Ein weiteres Argument für mögliche MVP-Ambitionen!

… die Ravens nach den sicher scheinenden Playoffs nun nicht mehr Herren ihres Schicksals sind. Die Probleme gegen die Jaguars und die QB-losen Texans sind total unverständlich, da man klar über das talentiertere Team verfügt. Vielleicht nahm man in Baltimore den Schedule auf die leichte Schulter und bereitete sich nicht ordentlich auf die Spiele vor. Tatsache ist jedoch, dass man diese Woche nun zu großen Chiefs-Fans wird, denn ohne eine Chargers-Niederlage ist der Traum von der Post-Season, unabhängig vom eigenen Spielergebnis, vorbei.


14 CHI vs DET 20

… Jimmy Clausen – die Schlagzeile der Vorwoche – sich eigentlich genauso gut schlägt wie der bestbezahlte Spieler dieser Saison – Jay Cutler. Nach anfänglichen Problemen, zeigte er, dass auch er in der Lage ist, die Offense gegen eine der besten Defenses halbwegs gut zu bewegen. Hätten Alshon Jeffery und Marquess Wilson bessere Tage erwischt, hätte durchaus ein Sieg herausschauen können. Am Ende des Tages bleibt einem ein Top 7 Pick des 2015er Drafts und ein weiteres Fragezeichen, was die Zukunft angeht.

… die Lions dem Gegner schon wieder ein Spiel am Silbertablett servieren. Die Geschichte wiederholt sich und trotz fixiertem Playoff-Platz hat man in Detroit Grund zum Pessimismus. Die O-Line schaut schwach aus und Matthew Stafford scheint zu schlechten, alten Gewohnheiten zurückzukehren: Ungenaue Pässe in der Red-Zone und schlechte Entscheidungen, weil man den Ball unbedingt zu seinem Top-Receiver bringen will. Gegen bessere Konkurrenz geht sowas ganz schnell in die Hose…

… die Lions trotz neuem Head-Coach zu alten Mustern zurückkehren. Nicht nur, wie in Punkt 2 erwähnt, scheint man sich dem Niveau des Gegners anzupassen, auch findet sich altes disziplinloses Verhalten wieder. Dominic Raiola stieg (laut eigenen Angaben “unabsichtlich”) auf Ego Fergusons Knöchel und ist nun für ein Spiel gesperrt. Dieses Spiel ist jedoch ein sehr wichtiges, man spielt nämlich in Green Bay um die Division. Diese Dummheit könnte die Lions eine extra Bye-Week kosten.


3 TB vs GB 20

… die Packers Probleme damit haben, Punkte aufs Board zu bringen. Schon die zweite Woche in Folge hat man solche Schwierigkeiten; positiv ist jedoch, dass man mit über 400 Yards eine gewohnt gut aussehende Offense aufs Feld bringen konnte. Drops, Sacks und verfehlte Field Goals waren der Hauptgrund, wieso am Ende nur 20 Punkte am Scoreboard standen, denn eigentlich war man mehr als dominant und spielte 60 Minuten lang in nur eine Richtung.

… die Buccaneers dermaßen wenig gegen eine mittelmäßig spielende Green Bay-Defense ausrichten können. Josh McCown hatte das ganze Spiel über keine Zeit in der Pocket und konnte demnach auch keine Drives aufrechterhalten. Defensiv konnte man ohne Gerald McCoy auch nichts zustandebringen. Man ist also weiterhin auf Kurs für Marcus Mariota, einem QB, der die Franchise möglicherweise weit nach vorne bringen kann, denn man ist sehr wohl im Besitz einiger guter Receiver und Tight Ends.

… die Packers, als eines der besten Teams der NFC, sich nicht früher von der Konkurrenz absetzen können. Wie bereits erwähnt, geht es nächste Woche gegen ein schwächelndes Lions-Team. Man wird sich für die Niederlage vom Anfang der Saison revanchieren wollen, dennoch muss man dazu die Red-Zone-Probleme überwinden, da ansonsten die Defense gegen Calvin Johnson Schwierigkeiten haben könnte.


16 NYJ vs NE 17

… die Jets weiterhin kämpfen. Rex Ryan ist der Erzfeind von Bill Belichick und das hat er wieder einmal unter Beweis gestellt. Die D-Line hatte einen sehr produktiven Nachmittag und konnte Tom Brady bei jedem Passversuch stark unter Druck setzen. Rob Gronkowski wurde mit einem super-Gameplan in Schach gehalten und das Patriots-Laufspiel hatte von Beginn an keine Chance. Erstaunlich, was man auch trotz untalentiertem Backfield auf die Beine stellen kann.

… der Siegesgrund für die Patriots wieder einmal die Defense sein würde. Geno Smith spielte zwar – wie immer gegen die Patriots – eine brave Partie (17/27, 210 Yards, 1 TD, 1 INT), diese reichte aber gegen die starke Patriots-Defense nicht. Auch am Boden konnten die Jets RBs Chris Ivory und Chris Johnson mit zusammengerechnet knapp über 80 Yards nicht überzeugen. Auf lange Sicht gesehen, schadet die Niederlage aber sicherlich nicht.

… nach anfänglichen Schwierigkeiten im September die Patriots den #1 Seed frühzeitig fixieren können. Man hat jetzt rein theoretisch zwei Bye-Weeks und die einzige Frage, die man sich stellt, ist: “Spielt Tom Brady in Woche 17?” Egal, wie Belichick sich entscheidet, man kann sich sicher sein, dass die Patriots top-vorbereitet in die Playoffs gehen und den Ausgang der AFC tatkräftig mitentscheiden werden.


27 STL vs NYG 37

… man Woche für Woche über Odell Beckham Jr. schreiben MUSS. Auch wenn er zumindest für eine Halbzeit etwas ruhiger war, explodierte er für eine Big-Play und scorte einen 80-Yard Touchdown, der das Spiel so gut wie beendete. Seine Art dürfte aber für einige Rams-Defense-Spieler etwas unsympathisch sein, da er sowohl Alec Ogletree als auch TJ McDonald provozierte. Das Ganze lief soweit, dass es auch einen kleinen Zwischenfall in Form eines Sideline-Fights nach einem OBJ-Catch gab, bei dem sogar drei Spieler ausgeschlossen wurden. Während dem Spiel konnte man sich den Gedanken nicht verkneifen, dass möglicherweise der (Bounty-Gate) Defense Coordinator Gregg Williams etwas mit den Stänkereien gegen OBJ zu tun haben könnte….

… die Rams Defense nach drei unglaublichen starken Wochen nun von der Giants Offense in Grund und Boden gespielt wird. Mittlerweile sollte klar sein, dass man OBJ kaum stoppen kann, aber dass auch Rookie Andre Williams nun mit 110 Rushing Yards auftrumpfen kann und Eli gerade mal 7 Incompletions wirft, war doch etwas überraschend. Zumindest zeigt dieser eine dominante Monat der Defense was mit dem Talent am Roster möglich ist.

… beide Teams in den Top 10 picken werden. Vor der Saison hätten wenige erwartet, dass ein solides und erfahrenes Team der Giants hier enden würde. Ähnliches gilt wohl für die Rams, die in ihrem Aufbau-Plan gerade dieses Jahr soweit gewesen wären, den Durchbruch zu schaffen. Dort kam jedoch die Verletzung von Sam Bradford dazwischen und die Rams finden sich mit einem 6-9 Record wieder und müssen noch dazu ihre Saison gegen Seattle beenden.


26 OAK vs BUF 24

… die Bills Defense nach zwei Wochen, in denen sie zwei Hall-of-Fame Quarterbacks komplett abdrehen konnte, sich gegen den Rookie Derek Carr und Latavius Murray plagen wird. Natürlich war davon auszugehen, dass diese Streak nicht ewig lange halten kann, aber es war dennoch überraschend, dass sie so zu Ende geht. Dazu sei zusätzlich anzumerken, dass dieses Spiel ein klassisches „Trap-Game“ für die Bills war, die sich im Vorhinein ja noch Hoffnungen auf die Playoffs machen durften und der Gegner als “leicht” einzustufen war.

… Derek Carr ein möglicher Franchise-Quarterback für die Raiders sein könnte. Er spielt eine brave Saison und wird knapp von Teddy Bridgewater in der Rookie-QB-Kategorie ausgespielt. Wenn man nun in den kommenden Jahren ein solides Team um ihn herum aufbauen kann, hat man die Möglichkeit die Zeit nach Peyton und Philipp Rivers in der AFC West auszunützen.

… man es für eine gute Idee hält gegen die Raiders Defense, in einem doch recht knappen Spiel, 49-mal zu Passen und nur 13-mal zu Laufen. Selbst wenn CJ Spiller noch nicht 100%-ig fit ist, gibt es für diese Playcalling-Auswahl eigentlich keine Entschuldigung für Doug Marrone. Der Verlust, gepaart mit diesem Gameplan, bringen erneut die Schwachpunkte im Coaching des Teams in den Vordergrund. Derzeit hat Jim Schwartz bessere Chancen der 2015er Headcoach der Bills zu sein als Marrone .


6 ARI vs SEA 35

… Ryan Lindley jemals wieder einen NFL Start bekommen wird. Das Ergebnis war dieser Annahme entsprechend schlecht. Man verlor das Spiel gegen die Seahawks und damit auch das Momentum für ein Erstrunden-Bye. Des weiteren ist Ryan Lindley wieder dorthin zurückgekehrt wo er hergekommen ist, nein, noch nicht am Practice Squad, aber zumindest mal auf die Bank. In Woche 17 startet nun Logan Thomas und die Cardinals hoffen, dass ihr „Superbowl“-Quarterback Drew Stanton schnell wieder zurückkehren kann.

… die Seahawks Defense genau zum richtigen Zeitpunkt so richtig in Fahrt kommt und teilweise sogar dominantere Leistungen zeigen kann, als letztes Jahr. Die Offense rund um Beastmode und Russell bringt genau die Balance, die man braucht und das Team schaut furchteinflößend aus, besonders im Hinblick auf die Playoffs.

… der Weg zum Superbowl erneut über Seattle gehen könnte. Einerseits war der Sieg gegen die Cardinals bereits ungemein wichtig, jedoch muss man das letzte Spiel gewinnen, um sich dieses Privileg endgültig zu sichern. Die Cardinals sind so gut wie sicher der Nummer 5 Seed und können somit dementsprechend Logan Thomas die Chance geben, sich zu beweisen. Wie aber bereits oben erwähnt, gibt Drew Stanton den Cardinals dennoch die beste Chance auf ein Weiterkommen.

(Nach dem Verfassen des Recaps kamen Berichte, dass doch Lindley starten wird, was aber nichts an unserer oben erwähnten Analyse ändert.)

 

Bence
@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

Recap Woche 16 – Wer hätte gedacht, dass…