Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen anhand eines etwas anderes Prinzips näherbringen. Nun denn, kommen wir zum NFL Spielwochenende Nummer 15, und wer hätte gedacht, dass…uncertainty-md

13 WAS vs NYG 24

… man bei den Giants jede Woche (nur) Odell Beckham Jr. als Top-Spieler herausheben kann. Bei den Giants gibt es den speziellen Fall, dass OBJ nicht nur ein Superstar ist, sondern auch dass alle seine Teamkameraden eben spielen wie Spieler eines 5-9 Teams. In Anbetracht der unglaublichen Statistiken die er aufs Feld bringt, sollte man sich einfach mal vorstellen wie diese aussehen würden, wenn er nicht die ersten 4(!) Spiele der Saison verpasst hätte.

… RG3 einfach nichts richtig machen kann. Nachdem sich Colt McCoy erneut mit einer Verletzung verabschiedet hat, kam RG3 und zeigte zumindest phasenweise etwas von dem Potenzial, das sich in seiner Rookie-Saison zu entfalten begann. Dann kam aber sein “Touchdown” vor dem Ende der ersten Halbzeit. Denn nach der Videoanalyse zeigte sich, dass er den Ball knapp vorher bereits aus der Hand verloren hatte und ihn eigenhändig aus der Endzone beförderte. Dies änderte den Lauf des Spiels auf einen Schlag, denn aus der vermeintlichen 17-7 Führung wurde nichts…

… beide Teams innerhalb der Top-10 draften würden. Trotz dieses Sieges verfügen die Giants weiterhin über einen der schlechtesten Records der NFL und finden sich dementsprechend auf dem 7. Platz der Draft Order wieder. Die Redskins sind nicht allzu weit weg, denn sie sind auf Platz Nummer 5.


13 MIA vs NE 41

… die Patriots – typisch für ein Division-Duell – langsam beginnen, aber dermaßen fulminant aufhören. Ryan Tannehill und seine Dolphins konnten sogar eine 14-13 Führung in die Halbzeit nehmen, doch die Patriots scorten sofort nach Wiederanpfiff und Tannehill warf eine Interception, die wiederum ein Play später zu einem Touchdown der Patriots führte. Das Spiel war dadurch entschieden und Tom Brady und die Patriots können weiterhin beruhigt Richtung #1-Seed in der AFC blicken.

… Jonas Gray nach einigen Wochen endlich aus Bill Belichick’s “Doghouse” herauskommt. Nach einem verpassten Teammeeting sah Gray kurzzeitig gar keine Carries mehr, doch dies änderte sich gegen die Dolphins und der Rookie bedankte sich mit überaus soliden 5,6 YPC. Gepaart mit konstant guten Leistungen von Brady, Gronk & co. ist diese Offense kaum aufzuhalten, was die Dolphins schmerzlich am eigenen Leib erfahren haben.

… die Dolphins erst jetzt nach Woche 15 aus dem Playoff-Rennen eliminiert sein würden. Die kaum vorhandenen theoretischen Chancen lasse ich für diesen Absatz einmal links liegen. Man kann trotz dieser bitterer Niederlage in Miami auf eine Saison über den Erwartungen zurückblicken: Tannehill zeigte des öfteren Star-Potenzial, Jarvis Landry scheint ein kommender Superstar zu sein und auch die O-Line war nach dem letztjährigen Skandal besser, als erwartet. Eine gute Offseason und die Dolphins könnten möglicherweise 2015 den Patriots Schwierigkeiten bereiten.


13 OAK vs KC 31

… man es tatsächlich für eine gute Idee hält, gegen die Chiefs-Defense 56-mal mit Derek Carr zu passen. Abgesehen von dieser Entscheidung, kann man dem Coaching Staff der Raiders zumindest zugute halten, dass sie endlich Latavius Murray die Hauptlast im Laufspiel gegeben haben, auch wenn es nicht oft war (12 Carries). Falls etwas der Chiefs-Defense Probleme bereitet hatte, dann war es das meistens das Laufspiel (100 Yards von Kerwynn Williams und 188 von C.J. Anderson). Fazit: Unverständliches Gameplanning auf Raiders-Seite.

… die Receiver der Chiefs über ein Jahr lang keine Touchdowns fangen werden. Die Erklärung dafür liegt möglicherweise daran, dass sämtliche anderen Positionen in der Offense (- die Bälle fangen dürfen -), wesentlich besser sind, als alles was die Chiefs außen aufstellen können. Travis Kelce gehört zu einem der aufstrebenden offensiven Playmaker und Knile Davis zeigte schon zu Beginn der Saison, wie explosiv er ist. Solange die Chiefs weiter auf Playoff-Kurs sind, kann man sich weder innerhalb, noch außerhalb der Organisation über die Receiver-Situation beschweren.

… die Chiefs nach wie vor eine Chance auf die Playoffs haben. Durch die Niederlage gegen die Raiders vor einigen Wochen, schien man sich in ein derartig tiefes Loch gebuddelt zu haben, dass man ohne fremde Hilfe nicht mehr rauskommen würde. Dies ist interessanterweise nicht mehr der Fall, denn die Chiefs können sich mit 2 abschließenden Siegen für die Postseason qualifizieren. Bevor man jedoch auf das abschließende AFC West-Duell gegen die Chargers in Woche 17 blicken kann, muss man zuerst die Steelers schlagen. Sollte man dieses Spiel verlieren, könnte (und würde) man sogar mit einem Sieg gegen die Chargers die Playoffs verpassen.


10 HOU vs IND 17

… die Colts gerade mal Tom Savage wegstecken können. Zunächst sollte es schon kein Problem sein gegen ein Team zu gewinnen, dass von Ryan Fitzpatrick angeführt wird. Nachdem sich dieser aber mit einer Verletzung im zweiten Viertel aus dem Spiel verabschiedete, hätte es noch leichter gehen sollen. Stattdessen plagten sich die Colts durch das Spiel und konnten erst dank einer Rookie-Interception von Savage das Spiel endgültig für sich entscheiden.

… die Texans Defense so ein gutes Spielen abliefern kann. Man hielt Andrew Luck unglaublicherweise auf unter 200 Yards Passing und erlaubte keine Big-Plays im Laufspiel. Leider hat diese Performance in Browns-Manier einfach nicht gereicht, da die Offense keine Unterstützung bringen konnte. Herauszuheben ist hier erneut JJ Watt, der sich weiterhin auf MVP-Kurs befindet.

… die Colts bereits in Woche 15 ihren zweiten AFC South Titel in Folge holen können. Dank den Titans und den Jaguars ist das natürlich keine große Kunst; dass aber seit zwei Jahren auch die Texans mithelfen, ist fast schon unfair. Eine mögliche Erklärung, wieso die Colts bisher nicht weiter in den Playoffs vordringen konnten, ist, dass sie in ihrer eigenen Division nicht gefordert werden und somit meilenweit von Patriots und Broncos entfernt sind. Sie werden als Nummer 3 Seed möglicherweise ein AFC North Team spielen, von denen allesamt sehr unangenehm sein können.


12 JAX vs BAL 20

… die Ravens nach zwei sehr überzeugenden Spielen gegen die schwachen Jaguars tatsächlich straucheln. Wäre die Jacksonville Offense auch nur annähernd NFL-würdig, hätten die Ravens das Spiel wohl verloren, denn die Ravens-Offense rund um Joe Flacco erlebte einen rabenschwarzen Tag. Keiner der Baltimore-Playmaker (Flacco, Forsett, beide Smiths) konnte wirklich überzeugen. Sehr überraschend, angesichts des Niveaus der Jaguars-Defense.

… der Ravens-Pass-Rush den Tag rettet. Blake Bortles hatte hinter seiner O-Line gegen Terrell Suggs, Elvis Dumervil & co keine Chance. Eben jene dominierten den ganzen Tag und verzeichneten sage und schreibe 8 Sacks. Dennoch hätte man aus Jaguars-Sicht gewinnen können, wenn man nicht einen Score aufgrund eines geblockten Punts kassiert hätte. Irgendwie bezeichnend für die gesamte Jaguars-Saison…

… die Jaguars laut Buchmachern tatsächlich die größten Chancen auf den #1 Pick im nächstjährigen Draft haben. Man spielt nächste Woche ein “Draft-Playoff-Spiel” gegen die Titans, einem Gegner auf Augenhöhe. Fehler, Turnovers und Kuriositäten sind sogut wie vorprogrammiert! Blake Bortles kann sein Talent, Spiele zu verlieren, da endlich zum Wohle des Teams einsetzen.


13 GB vs BUF 21

… Aaron Rodgers gestoppt werden kann. Es ist nicht das erste Mal, dass die Bills Defense einen zukünftigen HoF-Quarterback in die Schranken weist, denn bereits letzte Woche wurde Peyton Manning auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die einzige Frage, die man sich jetzt stellen kann, ist, ob sie nächste Woche gegen Derek Carr möglicherweise eine Überraschung erleben werden?

… die Packers in ihrer Verzweiflung ganz auf Eddie Lacy vergessen würden. Es ist ja nicht so, dass das Spiel frühzeitig aus der Hand geraten wäre. Es war über weite Strecken einfach ein 1-Score-Game. Dennoch haben die Packers sich entscheiden, Eddie Lacy lieber nicht zu überanstrengen und zwanghaft mit Rodgers zu werfen – eine wirklich sehr gute Idee!

… die Packers jetzt um ihren hohen Playoff-Seed bangen müssen, wohingegen sich die Bills wieder in der AFC einbringen. Für die Bills bedeutet dies aber weiterhin, dass sie auf Hilfe anderer Teams angewiesen sind. Das alleine wird aber nicht reichen, denn so gut ihre Defense momentan auch unterwegs ist, so mittelmäßig ist ihre Offense. Die Packers dürfen sich ebenfalls keine weiteren Ausrutscher mehr erlauben. Hier hilft es, dass man kommende Woche Tampa Bay spielt und seinen Frust abbauen kann, bevor man sich gegen die Lions in Woche 17 die Division sichern muss.


17 TB vs CAR 19

… die Tampa Bay Buccaneers in einer Saison tatsächlich zweimal gegen Derek Anderson verlieren werden. Er machte seine Sache brav und zeigte gerade genug, um das Spiel zu gewinnen. Interessant ist, dass die Panthers sich entschieden haben tatsächlich 40-mal mit ihm zu werfen. Es zeigt entweder wieviel Vertrauen sie in ihn haben, oder wie einfallslos sie werden, sobald sie eine Lauf-Offense ohne Cam Netwon aufziehen müssen.

… Tampa Bay in Lovies erstem Jahr einen Top 3 Draft Pick haben wird. Ich bin mir sicher, dass er sich das nicht ganz so vorgestellt hat, aber die Kombination aus Josh McCown/Mike Glennon und einem nicht-existenten Runninggame sind selbst in der 2014er Version der NFC South nicht genug. Ihr Vorteil wird sein, dass sie mit ihrer Draft Position ungemein viel “Leverage” gegenüber Teams haben werden, die hinter ihnen picken. Man könnte sich einen QB in der Free Agency oder per Trade holen und dem Höchstbietenden einen Trade a lá Rams-Redskins für Mariota oder Winston anbieten. Damit hätte Lovie genug in der Tasche, um sein Team nach seinen Wünschen aufzubauen.

… die Panthers noch immer nicht aus dem Playoff-Rennen sind. Zusätzlich hat ihnen der NFL-Gott den Gefallen getan und sie nächste Woche gegen die Browns gepaart. Das Spiel kann selbst ein Derek Anderson gewinnen und gibt Cam Newton eine Woche mehr Zeit sich auf das womöglich entscheidende Spiel in Woche 17 gegen die Falcons vorzubereiten.


14 MIN vs DET 16

… die Vikings tatsächlich trotz 14-0-Vorsprung das Spiel noch verlieren würden. Sie kopierten 1:1 die Thanksgiving-Taktik der Chicago Bears und konnten das schwach-spielende Detroit-Team nicht wegstecken. Teddy Bridgewater warf zwei unnötige Interceptions, die schlussendlich spielentscheidend waren. Matt Asiata lief im letzten Drive nicht out-of-bounds und lieferte somit den letzten Sargnagel für die Vikings, die eine große Chance auf einen Division-Sieg liegen ließen.

… Matthew Stafford und Megatron gegen die Coverage von Xavier Rhodes große Probleme haben würden. Der 1st-Round-Pick des Vorjahrs ließ sein Talent aufblitzen und Calvin Johnson somit alt aussehen. Nachdem sich Draft-Kollege Cordarelle Patterson nach einer fulminanten Rookie-Kampagne nicht steigern konnte und Sharrif Floyd weiterhin bloß durchschnittlich bleibt, war dieses Spiel vor allem für das Vikings-Management mehr als wichtig. Drei 1st-Round-Picks in den Sand zu setzen, wäre unverzeihlich gewesen und ein großer Rückschritt für eine sich wiederaufbauende Franchise.

… sich die Geschichte der Lions im Grunde wiederholt. Sie liefern im Dezember zwar weiterhin schlechte Leistungen, schaffen es aber im Gegensatz zu den letzten Jahren, die Spiele am Ende noch irgendwie zu gewinnen. Momentan stehen sie sogar an der Spitze der NFC North. In Woche 17 entscheidet sich – wie bereits erwähnt – in Green Bay die Division, dennoch dürfen sie sich nächste Woche in Chicago keinen Ausrutscher leisten, da man sonst unter Umständen ganz aus den Playoffs herausfallen könnte.


NO 31 vs 15 CHI

… die Bears ihre Saison einfach aufgeben. Trotz 11 Tagen Vorbereitungszeit war von Gegenwehr und Kampf keine Spur. Die Offense bleibt weiterhin nur im 4. Viertel effektiv, also zu einem Zeitpunkt, in dem die Spiele bereits lang entschieden sind. Jay Cutler macht tatsächlich Blake Bortles Konkurrenz und man fragt sich, was nun mit ihm passiert. Marc Trestman darf auf keinen Fall im Amt bleiben, da zum einen keiner der Spieler für ihn zu kämpfen wollen scheint (ganz im Gegensatz zu einem Rex Ryan z.B.!) und zum anderen zu viel Talent in der Offense vorhanden ist, um so schlecht zu sein. Auch der Posten von GM Phil Emery ist nach diesem katastrophalen Spiel in Gefahr. Man darf sich auch in Chicago auf eine fulminante Offseason vorbereiten.

… die Saints eingangs das Unfähigkeits-Level der Bears halten konnten, bevor sie schlussendlich nicht anders konnten, als zu scoren. Die Endstatistik von Drew Brees schaut zwar mehr als respektabel aus (29-36, 3TDs), man darf jedoch nicht vergessen, dass man zum Zeitpunkt des 2-Minute-Drills am Ende der ersten Hälfte nur 7-0 vorne lag und das gegen die katastrophale Bears-Defense, die mehr mit der Planung von Offseason-Urlauben beschäftigt war, als mit Coverage und Tackling.

… man trotz all dieser Fehler die NFC South anführen kann. Tatsache ist, dass eine ähnliche Leistung gegen die Falcons auf keinen Fall reichen wird, um zu gewinnen. In der Saints-Offense ist schon die ganze Saison lang der Wurm drin und defensiv hatte man letztens große Probleme mit Cam Newton und seiner nicht vorhandenen O-Line. Eigentlich sollten die Saints hier nur einen halben Sieg zugeschrieben bekommen, denn die Bears schlugen sich selber, die Saints befanden sich bloß zufälligerweise am selben Feld.

 

Bence
@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

Recap Woche 15 – Wer hätte gedacht, dass…