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Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen anhand eines etwas anderes Prinzips näherbringen. Nun denn, kommen wir zum NFL Spielwochenende Nummer 13, und wer hätte gedacht, dass…

27 WAS vs IND 49

… ein Wechsel zu Colt McCoy der Redskins Defense nicht hilft. Obwohl Colt McCoy 395 Yards und 3 Touchdowns werfen konnte, wurde er leider nicht als Safety eingewechselt und konnte somit die Colts-Offense nicht stoppen, geschweige denn verlangsamen. Andrew Luck warf 5 Touchdowns, davon zwei 70+ Yarder zu Coby Fleener und Donte Moncrief. Nun hat man in Washington also auch ganz andere Probleme…

… die Colts von der Ahmad Bradshaw-Verletzung nichts merken würden. Boom Herron musste nicht oft laufen, nutzte aber seine Möglichkeiten, denn er scorte einen 50 Yard Touchdown-Lauf. Ob er aber bereit ist, die vermeintlich größere Last in den Playoffs zu tragen, die auf Ahmad Bradshaw sicherlich zugekommen wäre, ist noch unklar. Trent Richardson als einziger Lead-Back ist nämlich keine Lösung und ob Andrew Luck soweit ist, dass er das gesamte Team (inklusive Defense) zu Siegen in derart wichtigen Spielen führen kann, ist auch noch ein großes Fragezeichen.

… die Colts noch nicht ganz durch sind, aber mit diversen Szenarien an diesem Wochende dennoch bereits ihre Division entscheiden können. In zwei Wochen spielt man zwar das wichtige Match gegen Houston, aber wenn die Texans bereits dieses Wochenende verlieren und man seinerseits das Spiel gewinnt, gehört die AFC South offiziell den Colts.


21 TEN vs HOU 45

… die Texans dermaßen gut sein können, wenn sie einmal ein gutes Spiel von ihrem QB erleben. Ryan Fitzpatrick warf gegen eine hilflose Titans Defense 6 TDs und DeAndre Hopkins scheint jetzt schon bereit zu sein das Zepter des #1-Receivers von Andre Johnson zu übernehmen. So eine Explosion hat wirklich niemand erwartet. Dennoch war diese Leistung der Inbegriff des Sprichworts “too little, too late”, nämlich zu wenig, zu spät. Die Division ist so gut wie dahin und mit Siegen macht man die Suche nach einem Franchise QB im Draft nicht unbedingt einfacher.

… die Titans NOCH mehr Löcher haben, als erwartet. Mal ist die Laufverteidigung schwach, dann gibt man wiederum 6 TDs durch die Luft auf. Die letzte Sichtung einer Offense ist auch schon eine Weile her, obwohl Zack Mettenberger in dieser Partie einige sehr gute Pässe anbringen konnte. Wir wiederholen immer wieder, dass eigentlich genug Talent am Roster ist, dennoch scheint man nicht in der Lage zu sein Gebrauch davon zu machen. Eine interessante Offseason steht bevor…

… JJ. Watt tatsächlich MVP-Anwärter sein würde. Eine weitere großartige Performance gegen die Titans mit 2 Sacks, 1 Fumble (verursacht und recovered) und einem weiteren Receiving TD brachte ihm den Award noch ein Stück näher. In einer QB-lastigen Liga ist er zwar bei weitem nicht der Favorit, dennoch ist es ein großer Erfolg, zumindest in der Diskussion zu sein. Den Defensive Player Of the Year-Award hat er aber jetzt schon fix in der Tasche.


14 CIN vs TB 13

… ein Headcoach wie Marvin Lewis seinem Team einmal einen Sieg rettet. Die Buccaneers hatten gerade mit 20 Sekunden zu spielen und 12 Mann am Feld einen Pass in Field-Goal-Range angebracht und waren drauf und dran das nächste Play zu beginnen, als Lewis die Officials auf die 12 Mann aufmerksam machte. Der Wurf der Challenge-Flag war zwar nicht notwendig (ein Time-Out hätte durchaus gereicht), sein Handeln jedoch mehr als richtig und wichtig. Die Liga behauptet zwar, das Play wäre so oder so reviewt worden, dem schenke ich jedoch keinen Glauben. Eine Niederlage gegen dieses Tampa Bay-Team hätte man sich aus Playoff-Sicht wohl nicht leisten können, demnach Hut ab, Herr Lewis.

… Andy Dalton gegen Tampa Bay so fehleranfällig sein kann. 3 grauenvolle Interceptions hätten die Bengals eigentlich das Spiel kosten müssen. Selbst beim Verfassen dieses Textes weiß ich noch immer nicht, was Dalton sich bei zumindest zwei dieser Würfe gedacht hat. Er hat wieder bewiesen, dass auf ihn einfach kein Verlass ist. Spätestens in den Playoffs (wenn nicht schon in Division-Matchups davor) wird man auf Teams treffen, die solche Fehler gnadenlos ausnützen; weitere Playoff-Niederlage in Runde 1 vorprogrammiert.

…  für die Bucs in dieser Saison einfach alles schief zu gehen scheint. Kaum spielt die Defense gut genug, um ein Playoff-Team zu schlagen, lässt die Offense das Team hängen. Backup-Center Garrett Gilkey und Josh McCown sind wohl die Hauptverantwortlichen für die Niederlage. Ersterer hatte 4 Strafen, wovon eine am letzten Drive das Team aus Field-Goal-Range brachte, letzterer war sehr ungenau und verantwortlich für einige fragwürdige Würfe und Entscheidungen (und als QB auch für die 12 Mann am Feld). Lichtschimmer: Doug Martin scheint unter Umständen wieder in Form zu kommen.


10 CLE vs BUF 26

… Johnny Football Time tatsächlich erst in Woche 13 kommt. Nach weiterhin unterdurchschnittlichen Leistungen von Brian Hoyer hatte der Coaching Staff genug und brachte Johnny gegen die Bills. Obwohl das Spiel zu dem Zeitpunkt bereits mehr oder weniger entschieden war, konnte er dennoch etwas Leben in die Offense bringen. Es sieht aber derzeit noch so aus, als würde er nicht unbedingt mehr Spielzeit bekommen, denn nun startet wieder Brian Hoyer, der durch das Benching hoffentlich etwas Motivation bekommen hat.

… die Bills mit einer erneuten Minimal-Leistung der Offense ein Spiel gewinnen. Es war keineswegs dominant, obwohl der Score es möglicherweise so erscheinen lässt. Die Bills machen derzeit nur das Nötigste mit ihrer Offense, um der Defense genug Spielraum zu lassen, Spiele nach Hause zu fahren. Das Team wird auch bald gesünder, CJ Spiller nähert sich einer Rückkehr und Sammy Watkins beißt auch vielleicht nochmal seine Zähne zusammen.

… dass beide Teams noch alle Chancen auf die Playoffs haben werden. Am Papier sah das Matchup eigentlich nicht besonders interessant aus, die Bills sind hinter den Dolphins und den Patriots und die Browns halten sich in ihrer hart umkämpften Division gerade noch über Wasser. Selbst mit diesem Ergebnis bleibt es spannend, die Browns befinden sich fast in ähnlicher Position wie die Bills, man kann (muss) vermehrt darauf setzen, dass andere Teams einen Ausrutscher erleiden und man selbst noch einen der Wild-Card Plätze wegschnappen kann.


0 OAK vs STL 52

… die Raiders noch in der NFL spielen dürfen und nicht zum College Football verbannt wurden. Eine weitere desaströse Performance, in der sowohl die Offense als auch die Defense unterirdisch ausgesehen haben. Da man die Leistung der Raiders in diesem Spiel nur mehr mit negativen Adjektiven beschreiben könnte, ich aber nicht glaube, dass es genug davon gibt, werde ich es einfach lassen.

… diese 2014er Rams Offense der “Greatest Show on Turf” Konkurrenz machen kann. Ein solider Shaun Hill gepaart mit Big Plays von Tre Mason führten zu einer 38 – 0 ersten Halbzeit und verfrachteten die Offense in sämtliche Rekordbücher. Performances von Stedman Bailey und Tavon Austin waren ebenfalls vielversprechend.

… die Rams nach wie vor einiges am Playoff-Bild der NFC ändern können. Mit ihren eigenen Chancen sieht es möglicherweise nicht mehr ganz so ideal aus, aber mit Spielen gegen die Cardinals und Seahawks könnten sie interessante Änderungen hervorrufen. Ihre anderen zwei Spiele sind gegen Washington und die New York Giants, womit sie sich mehr oder weniger komplett auf ihre Division-Gegner konzentrieren können, um ihnen in die Playoff-Suppe zu spucken.


13 CAR vs MIN 31

… die Panthers – Division noch in Reichweite – auch nach einer Bye-Week schlecht vorbereitet zu einem Footballspiel erscheinen. 2 geblockte Punts haben das Match eigentlich schon relativ früh zugunsten der Vikings entschieden, weil die Panthers nicht in der Lage waren den Rückstand aufzuholen. Cam Newton hatte Probleme mit der Genauigkeit seiner Pässe, konnte am Boden aber mit knapp 50 Yards wieder überzeugen.

… Teddy Bridgewater mit einer Führung im Rücken durchaus überzeugen kann. Als Game-Manager kann der Rookie schon durchaus überzeugen, dennoch kann man nicht davon ausgehen, dass das gegen kompetitive NFL-Teams so häufig benötigt wird. Da muss noch eine große Entwicklung durchgemacht werden, bevor man mehr von Bridgewater erwarten kann. Auch Cordarelle Patterson muss in die Offense eingebunden werden, um langfristig erfolgreich zu sein.

… erst die achte Niederlage die Panthers aus dem Playoff-Rennen wirft. Während Atlanta und New Orleans überraschend gegen stärkere Gegner gewannen, konnten die Panthers aus einem Gegner auf Augenhöhe kein Kapital schlagen. In der Offseason muss wohl wieder kräftig in die O-Line und den Secondary investiert werden, dann hat man nächstes Jahr wieder ein Chance, um die Division mitzuspielen.


24 NYG vs JAX 25

… die Giants die Jaguars nicht wegstecken können. Man gab in der zweiten Halbzeit tatsächlich noch eine 21-Punkte Führung her. Dies geschah aber nach einer recht dominanten ersten Halbzeit, in der man sowohl am Boden als auch in der Luft einige Plays machen konnte. Unglaubliches Pech hatte man dann natürlich bei zwei Defensiv-Touchdowns durch eroberte Fumbles der Jaguars.

… Blake Bortles einen Big-Boy Drive am Ende des Spiels aufs Feld bringen kann. Seine bisherigen Leistungen waren meistens selbst für einen Rookie schlecht. Jetzt konnte er seinen ersten Reifeprozess durchlaufen, nämlich einen Game-Winning Drive in der NFL anzuführen.

… die Giants genau genommen nur mehr 1 Spiel vor den Jaguars sein werden, wenn es um die Draft-Position geht. Die Giants müssen sich nun ernsthaft überlegen in welche Richtung sie gehen wollen. Wenn sie so weitermachen, könnte sogar ein Top-5 Pick dabei rausschauen. Es gibt in der Defense genug Löcher die man stopfen müsste und in der Offense würden sich weder Eli oder OBJ noch Rashad Jennings über O-Line Hilfe beklagen.


16 MIA vs NYJ 13

… die Jets in Anbetracht ihrer Saison doch noch um Siege kämpfen. Nach dem Blowout letzte Woche gegen Buffalo hätte den Jets wohl niemand eine Raiders-ähnliche Leistung übel genommen. Rex Ryan bewies abermals, dass er es immer wieder schafft sein Team zu motivieren, das ihm mit einer – für Jets-Verhältnisse – spektakulären ersten Halbzeit dankte. Die in letzter Zeit schwächelnde Miami-Front konnte gegen den Mix aus Chris Johnson und Chris Ivory nichts ausrichten. So musste auch Geno Smith den Ball insgesamt nur 13 Mal werfen, wovon ein Pass allerdings gegen Ende des Spiels in den Händen der Verteidiger landete. Eine Halbzeit ist jedoch leider nicht ausreichend…

… die Dolphins erst in der zweiten Hälfte das Spiel entscheiden können. Das dominante Laufspiel der Jets in der ersten Hälfte konnte nach der Halbzeit gestoppt werden. Dies war wohl der Schlüssel zum Sieg, da sonst die Offense nicht in der Lage gewesen wäre, zu scoren. Ryan Tannehill hatte mit einer Woche Verspätung wieder sein schlechtes Spiel, denn man vergaß in der ersten Halbzeit total auf Lamar Miller. Erst nachdem man begonnen hatte den RB einzusetzen, verbesserte sich die gesamte Offense und man konnte schlussendlich doch noch einen Sieg “stehlen”.

… die AFC East sich so kompetitiv gestaltet. Die Dolphins sind immer noch auf einem Wild-Card-Spot, die Bills haben rechnerisch noch Chancen und die Patriots sind die Patriots. Die nächsten Spiele gegen Baltimore und New England entscheiden wohl das Playoff-Schicksal der Dolphins. Auf der anderen Seite hinterlässt Rex Ryan ein ums andere Mal eine gute Visitenkarte. Wohin auch immer es ihn in Zukunft verschlägt, das Team erhält einen Top-Motivator mit einem überaus soliden Defensiv-System. Die arbeitslose Phase wird für Ryan sicherlich nicht lange ausfallen…

 

Bence
@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

Recap Woche 13 – Wer hätte gedacht, dass