Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen in drei Punkte teilen. Unser klassisches ‘wer hätte gedacht, dass…’ ergänzen wir durch ‘was zu erwarten war’ und bringen euch auch einen Extra Point!uncertainty-md

23 CHI vs GB 31

Was zu erwarten war:

Aaron Rodgers marschiert mit seiner Offense nach Belieben auf und ab; die Bears Defense kann weder ihn, noch Eddie Lacy aufhalten. Die Bears haben sich defensiv zwar im Vergleich zur letzten Saison gesteigert, das manifestiert sich aber nur in der Form, dass diesmal keine neuen Negativrekorde aufgestellt werden (man erinnere sich an die 2-Game-Streak mit jeweils über 50 kassierten Punkten). Insgesamt stehen bei den Packers am Ende 31 Punkte am Board, wobei Rodgers‘ Weste und Jersey weiß bleiben (0 INTs, 0 Sacks, 0 Hits). Also auch 2015 kein Pass Rush in Sicht…

Wer hätte gedacht, dass…

Eben dieser Aaron Rodgers den Time-of-Possession-Battle gegen die Bears-Offense verliert. Die Gastgeber gingen mit einer sehr konservativen Strategie an das Spiel gegen den Erzrivalen heran: Vor fast jedem Spielzug ließ man die Uhr möglichst lang herunterticken. Gepaart mit einem Laufspiel, das über den starken Matt Forte (insgesamt 166 Yards!) ausgezeichnet funktionierte, konnte man Rodgers weitestgehend vom Feld halten. Bis zu einer späten Jay Cutler-Interception im 4. Viertel hatte man sogar realistische Siegeschancen! So gesehen gibt es in Chicago (abgesehen von Cutler) doch Grund zur Hoffnung.

Extra Point:

James Jones macht bei seiner Rückkehr zu den Packers 2 TDs, und das nachdem er von Raiders und Giants entlassen worden ist. Mit Rodgers kann wohl jeder Receiver Erfolg haben…


10 WAS vs MIA 17

Was zu erwarten war:

Die Dolphins gehen am Ende des Tages mit dem Sieg nach Hause. Wenn man sich einmal anschaut, welches Chaos vor dem Start der Season in Washington geherrscht hat, war es klar, dass man als erfahrenes Dolphins Team mit einem Sieg aus Washington zurückkehren muss. Auch wenn man sich sehr lange schwer getan hat, das Spiel an sich zu reißen, reichte am Ende ein Jarvis Landry Big Play aus, um das Ganze zu kippen.

Wer hätte gedacht, dass..

Washington einem soliden Football-Team ähneln “kann”. Kirk Cousins zeigte, warum er nach wie vor nur ein Career Backup ist, und die Defense konnte tatsächlich genug DBs auftreiben, die gegenüber NFL-Receivern passabel ausschauen. So hart man auch gekämpft hat und so knapp das Spiel auch war, die Redskins werden vermutlich weiterhin um die Top 5 Draft-Picks mitspielen. Man vergab hier eine große Chance, einem aufstrebenden Team ein Bein zu stellen und mit dem richtigen Fuß in die Season zu starten. Stattdessen hat man nun einen faden Beigeschmack bei einem “soliden“ Spiel dennoch mit 0-1 dazustehen und nicht die erwartete Hoffnung auf der QB-Position zu sehen.

Extra Point:

Obwohl es bei der Redskins OL immer wieder Fragezeichen gibt, konnte die hochgelobte (und hochbezahlte) Front 4 der Dolphins so gut wie nichts handfestes ausrichten. 1 Sack von Jordan Philips kann nicht das sein, was man sich nach der Investition in der Offseason erwartet hat.


9 JAX vs CAR 20

Was zu erwarten war:

Die Panthers haben – angeführt von ihrer Defense (wenn auch ohne Luke Kuechly) –  gewonnen. Es war der erwartete Ausgang einer erwartet glanzlosen Partie. Ohne Kelvin Benjamin konnten sich die Jaguars ganz auf Greg Olsen konzentrieren und ihn vollkommen aus dem Spiel nehmen (1 Reception, 11 Yards), wodurch das Spiel unglaublich zerfahren war. Eine Kombination aus Devin Funchess, Ted Ginn und Jerricho Cotchery wird wohl niemandem so schnell Angst einjagen…

Wer hätte gedacht, dass…

Blake Bortles seine gute Preseason schon wieder nicht in eine gute Regular Season Performance ummünzen kann. Seine schlechte Protection hat nicht unbedingt geholfen, dennoch muss ein guter QB auch seiner Line helfen, indem er Bälle möglichst früh loswird, etwas was Bortles wohl noch lernen muss. Darüber hinaus war die Genauigkeit seiner Würfe, genauso wie die Fangfähigkeiten seiner Receiver, manchmal sehr fragwürdig. Die Jaguars bleiben wohl doch noch länger im NFL-Keller.

Extra Point:

Jason Myers, der neue Kicker der Jaguars, verfehlte eben so einen, genauso wie ein 44-Yard Field Goal. Die Competition mit Josh Scobee (2 verfehlte FGs für die Steelers) war wohl ein Kampf zwischen Not und Elend…


31 ARI vs NO 19

Was zu erwarten war:

Drew Brees hat ohne Jimmy Graham große Probleme in der Red Zone. Mit über 400 Yards schaffte man es recht gut, den Ball zwischen der eigenen Endzone und der gegnerischen 20 Yard Linie zu bewegen, doch dann war Ende im Gelände. Zach Hocker musste für 3 Field Goals unter 38 Yards antreten (= Ball auf der 20). So ließ man potenzielle 12 Punkte auf dem Feld, die das Spiel sehr wohl hätten anders ausgehen lassen können. Will man mit den Falcons mithalten, so muss die Red Zone Offense einen enormen Schritt nach vorne machen!

Wer hätte gedacht, dass…

Carson Palmer so solide von seiner Verletzung zurückkehrt. Von Abtasten und dem sprichwörtlichen “Rost” so gut wie keine Spur, außer dass er vor Ende der ersten Hälfte Punkte auf dem Feld ließ, als er ohne Time-outs selbst mit dem Ball lief. Die Tatsache, dass die Saints beschlossen hatten, die Partie ohne Pass Rush zu spielen, half bei dem Unterfangen jedoch ungemein, genauso wie der Auftritt seines überdurchschnittlichen Receiving Cores, bestehend aus John Brown und Larry Fitzgerald, die beide mehr als nur überzeugten. Auch Andre Ellington trug viel zum Spiel bei, seine Verletzung gehört aber wohl in die erste Rubrik…

Extra Point:

Trotz neuem Vertrag schaut Mark Ingram noch immer aus, als wäre er ein brauchbarer Spieler! Die Welt steht Kopf!


33 SD vs DET 28

Was zu erwarten war:

Philip Rivers hat mit seinem Passspiel gegen die Detroit Lions nicht viel Mühe. Nach einem recht fehlerhaften ersten Viertel, in dem man trotz viel Raumgewinn den Ball immer wieder hergab, zeigte Rivers vor allem in Hälfte zwei, was in dieser San Diego-Offense steckt. Hauptsächlich Screens und kurze Crossing-Routes auf den wiedererstarkten Stevie Johnson, sowie Keenan Allen (15 Receptions!) zeigten sich effektiv, während TE Ladarius Green immer wieder tief zu finden war. Detroits schwache DBs hatten keine Chance.

Wer hätte gedacht, dass…

Die Lions noch immer leichtfertig große Führungen verschenken. Nach einem fulminanten Auftakt führte man schnell 21-3 und rettete sogar ein 21-10 in die Kabine, nachdem man Rivers in der Endzone erneut intercepten konnte. Alle Weichen waren auf Sieg gestellt, bis auf einmal offensiv gar nichts mehr ging. Man kassierte 30 Punkte in Folge (23 davon nach der Halbzeitpause) bevor Theo Riddick in „Garbage Time“ wieder scorte. Vielleicht hätte man seine Star-WR Calvin Johnson und Golden Tate doch etwas mehr in die Offense einbinden sollen, denn zusammengezählte 6 Receptions für 63 Yards sind für zwei Spieler dieses Kalibers einfach nicht genug.

Extra Point:

In der ersten Hälfte verletzte sich mit DJ Fluker schon wieder ein interior O-Lineman der Chargers. Hoffen wir für Philip Rivers, dass das der einzige Ausfall der Saison bleibt, sonst endet man schnell wie letztes Jahr.


13 OAK vs CIN 33

Was zu erwarten war:

Andy Dalton sieht gegen Defenses alá Raiders weiterhin wie ein Pro-Bowl/Playoff Quarterback aus. Ein klassisch wertloses Spiel (zwar AFC Matchup, aber nicht gegen Playoff Konkurrent) für die Bengals, die problemlos passen und laufen konnten. 2 TDs zu Tyler Eifert, der erfreulicherweise nach seiner Ellbogen-Verletzung wieder den Robin zu AJ Greens Batman bringen kann, sowie 2 TDs und 140 Total Yards von einer Backfield-Kombination aus Jeremy Hill und Giovani Bernard waren mehr als genug.

Wer hätte gedacht, dass…

Sich an den Kräfteverhältnissen so wenig ändert. Die Raiders rund um vermeintlichen Franchise-QB Derek Carr sehen vorne und hinten nicht besser aus, als sie es letztes Jahr schon getan haben, und die Bengals schicken die Raiders NICHT mit einer 50+ Packung nach Hause. Klar, man kann sich von einer Andy Dalton angeführten Offense nie ein Offensivspektakel erwarten, aber für nur knappe 270 Yards zu passen könnte man als Negativum darstellen. Wie dem auch sei, das sind alles nur Kleinigkeiten, denn für die Bengals und Marvin Lewis kann es erst in AFC North Division-Matchups, aber vor allem in den Playoffs ernst werden. Egal welche Leistung man während der Season zeigt, das einzige was zählen wird ist (zumindest) ein Playoff-Sieg.

Extra Point:

Für alle die sich gefragt haben, wer denn nun der Backup von Derek Carr ist – es ist Matt McGloin! „Adding insult to injury“ – wie man so schön sagt – könnte Derek Carr mit einer Handverletzung möglicherweise ausfallen. Das bedeutet für die Raiders nichts Gutes, denn man setzte große Hoffnungen auf die gemeinsame Entwicklung von Amari Cooper und Carr. Es ist aber auch hier nichts verloren, denn jedes Spiel, das McGloin spielen darf, bringt einen näher zu Joey Bosa bzw. Shawn Oakman!


27 DAL vs NYG 26

Was zu erwarten war:

Die Giants Defense kann (ohne JPP) so gut wie keinen Druck auf Tony Romo und die Offensive Line der Cowboys ausüben. Es war somit keine große Überraschung, dass die Passing Offense selbst ohne Dez Bryant den Ball friedlich rauf und runter bewegen konnte. Obwohl es am Papier so ausgesehen hat, als wäre der Laufangriff der Cowboys unter Kontrolle, konnte ein Joseph Randle ebenso seine Yards machen wie Run DMC.

Wer hätte gedacht, dass…

Einerseits die Cowboys DBs Odell Beckham Jr. unter Kontrolle halten können, und dass die Giants mehr oder weniger freiwillig das Spiel herschenken. In Anbetracht dessen, was bereits im vorigen Punkt erwähnt wurde, wäre es wohl schlauer gewesen auf den Score zu gehen, statt einem Power-Runningback wie Rashad Jennings innerhalb der 3 Yard-Linie einen Score zu „verbieten“. Eli Manning dachte, er kann die Cowboys Offense (die man speziell im Passing Game bis dato nicht stoppen konnte) und die Clock Operator mit einem FG ausfuchsen (Danke Eli!). Er hatte wohl bei 3rd Down dann aber vergessen, dass ein Incomplete Pass die Uhr wieder stoppt…

Extra Point:

Ein unspektakulärer Start von ODB ist noch kein Grund zur Sorge, denn er startete seine Rookie-Season auch mit einer drei-Spiele-Statistik von 4 Catches für 40 Yards/Game.


20 SF vs MIN 3

Was zu erwarten war:

Carlos Hyde tritt mehr als nur erfolgreich in die Fußstapfen von Frank Gore. Diese Leistung (2 TDs & 168 Yards) ist genau das, was man nach einer turbulenten Offseason bitter nötig hatte. Nicht nur die Leistung an sich, sondern die Art und Weise wie diese entstanden sind, erinnert an die explosive Powerrunning Offense der so erfolgreichen 49ers unter Jim Harbaugh. Man wird als gesamtes 49ers Team Energie und Motivation daraus schöpfen und den Kritikern eins auswischen wollen.

Wer hätte gedacht, dass…

Jim Tomsula und sein Coaching Staff nach dieser Offseason tatsächlich 45 Spieler auftreiben können um am Gameday mit dabei zu sein!

Extra Point:

Der neue Look der Vikings Offense hat einen unglaublich schlechten Start erwischt. Adrian Peterson wünscht sich, nachdem er gesehen hat hinter welchen OL er nach der Pause laufen muss, wohl seine Suspension zurück, Mike Wallace konnte seine vermeintliche Explosivität nicht zeigen und Teddy Bridgewater musste mit diesem unterdurchschnittlichen Supporting Cast ein ganzes Spiel lang leben. Ein wesentlich größeres Problem für Mike Zimmer stellt wohl die Leistung seiner Defense dar, die letztendlich doch zu viele Yards kassierte, ohne großartig selber Akzente setzen zu können.

 

Bence
@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

Recap Woche 1 – Extra Points

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