Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen anhand eines etwas anderes Prinzips näherbringen. Nun denn, kommen wir zum NFL Spielwochenende Nummer 11, und wer hätte gedacht, dass…uncertainty-md

 

 

 

 

 

13 MIN vs CHI 21

… man mit “nur” 2 Picks schon von einer guten Jay Cutler-Leistung sprechen kann. Die Passing Offense hat gegen die Vikings wieder einen Schritt nach vorne gemacht und man konnte ein Matchup gegen einen überforderten Josh Robinson dominieren. Dennoch war Cutler nicht der Game-Winner. In wichtigen Situationen – unter anderem bei einem 4th Down von der 1-Yard-Linie – konnte sich die Offense nicht durchsetzen. Matt Forté ist und bleibt der Superstar der Offense und er hat diese Woche wieder bestätigt, dass er sich einen Platz in der Pro Bowl verdient hat.

… der wahre Game-Winner auf der anderen Seite des Balles zu finden ist. Nach historischen Niederlagen (wir berichteten letzte Woche über die Rochester Jeffersons), konnte man eine überforderte Vikings-O-Line ärgern und so eine Bridgewater Offense komplett abschalten. Diese hat anscheinend die letzten Wochen analysiert, gesehen, dass man ohne Probleme den Ball gegen den Bears-Secondary werfen kann und hat versucht den Gameplan der Patriots und Packers zu wiederholen. Das Laufspiel wurde links liegengelassen, was die Vikings schlussendlich mit einer Niederlage bezahlen mussten.

… die Vikings erst jetzt richtig aus dem Playoff-Race geschmissen werden. Tapfer konnte man sich bislang wehren und die nötigen Siege zusammenkratzen, doch nun ist der Spuk wohl endgültig vorbei. Für die Bears war dies schon letzte Woche der Fall. Die Post geht in der Division weiter vorne ab, wo sich Lions und Packers unbarmherzig um das Erstrunden-Bye in den Playoffs matchen, doch das wurde bereits im Podcast besprochen.


27 CIN vs NO 10

… die Saints-Offense ohne Jimmy Graham nichts wert ist. Graham verletzte sich früh im Spiel die Schulter und war danach ein Schatten seiner selbst. Es ist erstaunlich, dass auch ein Elite-QB wie Brees dermaßen auf seinem Top-Tight End angewiesen ist. Um die Angelegenheit noch zu verschlimmern, musste Star-Rookie Brandin Cooks das Spiel frühzeitig verlassen. Mark Ingram konnte gegen eine auf ihn fokussierte Defense auch nicht brillieren; so sind die 10 Saints-Punkte schnell erklärt.

… Andy Dalton sich so schnell von seinem Thursday-Night-Debakel erholen kann. Nach 10 Tagen Pause konnte er die Verletzung eines Keenan Lewis perfekt ausnützen und einen genesenen AJ Green mit ausreichend Bällen versorgen. Am Boden bewies Jeremy Hill mit über 150 Yards wieder, dass er ein sehr gut investierter Draft-Pick war. Es ist erstaunlich, dass die Saints-Defense trotz Heimvorteil und Division-Führung, nicht produktiver war.

… man gar nicht mehr über die NFC South reden will. Niemand will gewinnen. Ein Platz in den Playoffs ist für jedes der Teams eine Verschwendung. In der AFC North schaut die Situation gegenteilig aus. Eigentlich hätten sich mindestens 3 Teams einen Platz in den Playoffs verdient, denn alles ist sehr eng beisammen. Auch wenn die Bengals wieder führen, so dürfen sie sich noch lange nicht in Sicherheit wiegen.


27 TB vs WAS 7

… Lovie sich schon ganz ordentlich auf sein “Heimspiel” in Chicago einschießt. Mike Evans ist ein zukünftiger Superstar und zeigt Alshon Jeffery-Qualitäten. Alles, was nun fehlt, ist ein solider QB … und eine O-Line … und ein gesunder Runningback. Charles Sims konnte noch nicht überzeugen und Josh McCown ist auch nur eine kurzfristige Lösung (wenn überhaupt). Man wird diese Offseason wieder ordentlich in die Offense investieren, in der Hoffnung, dass Lovie seine Defense auch mit No-Names zum Laufen bringen kann.

… man schon in Woche 11 nicht mehr über RG3 und seine Launen sprechen will. Jay Gruden scheint derselben Meinung zu sein und lieferte bei einer Pressekonferenz einige Einblicke in ein typisches RG3-Spiel: falsche Reads, schlechtes Footwork, fragwürdige Entscheidungen, … Auch wenn man sich in einem neuen Offense-System befindet, einige dieser Fehler sollten einem Top-QB in Woche 11 nicht mehr unterlaufen (besonders dann, wenn man viel Zeit hatte, während der Verletzungspause das Playbook zu studieren). Griffin scheint aus mentaler und charakterlicher Sicht wohl einfach nicht für den Job eines NFL-QB geschaffen zu sein.

… die Redskins-O-Line nicht die erhoffte Stärke zeigt. Trent Williams musste das Spiel verletzungsbedingt verlassen, dennoch fragt man sich, wo die herbeigesehnten Verbesserungen bleiben. Morgan Moses scheint ein 3rd Round Bust zu sein und Offseason-Neuverpflichtung Shaun Lauvao ist seinen Vertrag auch nicht wert. Umso erstaunlicher, dass Alfred Morris trotzdem konstant gute Spiele zeigt. Dies ist und bleibt wohl der einzige Lichtblick in einer düsteren Redskins-Saison.


7 DEN vs STL 22

… der Wechsel auf Shaun Hill sofort großartigen Erfolg bringt. Der einzige, halbwegs sinnvolle Grund für Jeff Fisher, den Veteranen Shaun Hill für die letzten Spiele den Starting Spot zu geben, war die Hoffnung, dass man noch im Playoff-Rennen mitmischen kann. Nun hat man einen weiteren Riesengegner schlagen können und schnuppert etwas Playoff-Luft. Wenn am Ende aber doch keine Playoffs dabei rausschauen, kann sich Jeff Fisher so zumindest seinen Job sichern, denn Siege gegen die Seahawks, 49ers und Broncos sind immer gute Argumente.

… C.J. Anderson nur gegen die Raiders aussieht wie ein All-Pro Runningback. Die Defense der Rams war ein ganz anderes Kaliber als das Raiders Team. Dies zeigte sich nicht nur im gesamten Score, sondern auch im Playcalling, denn die Broncos entschieden sich nur 9 Mal mit Anderson zu laufen. Hier sei gleich anzumerken, dass das Spiel nicht etwa außer Kontrolle war, man also den Gameplan nicht unbedingt über den Haufen hätte werfen müssen. Es zeigt sich aber, dass der Coaching Staff und Peyton weiterhin wenig Vertrauen in egal wen im Backfield haben.

… die Broncos sich schön langsam Sorgen machen müssen. Sie dürfen sich auf keinen Fall einen erneuten Ausrutscher leisten, denn die Chiefs sind – was den Record angeht – bereits gleichauf. Entscheidend wird dabei das direkte Duell gegen sie in einigen Wochen, denn daneben haben die Broncos keine wirklich gefährlichen Teams mehr auf dem Speiseplan. Sollte man gegen die Chiefs gewinnen, steht dem Nummer 2 Seed in den Playoffs nichts im Wege.


16 SF vs NYG 10

… Eli Manning der Match-Winner für die 49ers sein wird. Mit seinen 5 Interceptions wollte er scheinbar das Spiel ganz alleine verlieren. Wesentlich trauriger ist für die Giants aber, dass man das Spiel mit lediglich 6 Punkten verloren hat. Vermutlich hätte man mit 3 Eli-ceptions bereits gewinnen können, da einige Turnover innerhalb der Redzone waren, wo zumindest Field Goals dabei hätten herausschauen können. Positiv für die Giants Offense ist die Rückkehr eines Rashad Jennings, der in Zukunft hoffentlich mehr Last von Elis Schulter nehmen wird.

… die 49ers tatsächlich noch im Playoff-Rennen sind. Seit der knappen Niederlage gegen die Rams hat man sich wieder an sinnvolle Gameplans gehalten, denn Frank Gore bekommt wieder eine seiner Qualität angemessene Anzahl von Carries. Sorgen muss man sich weiterhin um die Passing Offense und Colin Kaepernick machen, der sich weiterhin um die 50% Completion-Rate herum bewegt. Mit Chris Borland hat man einen würdigen Ersatz für die verletzten Linebacker in der Mitte gefunden, und die Rückkehr von Aldon Smith hilft der Defense weiter das Team in den Spielen zu halten (und zu gewinnen).

… San Fransisco nach wie vor Chancen auf den Division-Sieg hat. Die letzten NFL-Wochen bringen nämlich einige entscheidende Division-Matchups. Arizona, Seattle und St. Louis werden alle noch ein Wörtchen mitzureden haben. Es wird ein beinharter Jeder-gegen-Jeden-Kampf – denn Arizona spielt 2-mal Seattle, San Fransisco spielt 2-mal Seattle und die Rams können den Cardinals auch noch ihre Pläne durchkreuzen. Man darf somit auf sehr spannende Abschlusswochen in der NFC West hoffen.


6 OAK vs SD 10

… die Chargers aus einer Bye-Week dermaßen mühsam und schlecht herauskommen. In der Offense scheint weiterhin der Wurm drin zu sein, denn Philip Rivers sieht seiner Frühsaison-MVP-Form nicht mehr im Entferntesten ähnlich. Die Rückkehr von Ryan Matthews wird hier hoffentlich etwas Abhilfe schaffen, da man eine bessere Balance auf das Feld bringen wird können. Ein Sieg ist zwar ein Sieg, aber aus einer Bye-Week kommend, sollte man gegen die Raiders wesentlicher leichter gewinnen können/müssen.

… die Raiders am Boden einfach nichts zusammenbringen. Die mit Abstand schlechteste Rushing-Offense der Liga gibt weiterhin mehr Carries an Darren McFadden als an Latavius Murray. Dies sollte sich in Zukunft bald ändern, da man auch hier unbedingt frischen Wind braucht. Mit Murray hat man ein 24-jähriges Talent, das möglicherweise mehr Explosivität in die Offense bringt, und damit auch die Arbeit von Derek Carr erleichtert.

… San Diego trotz eines Sieges eher auf dem absteigenden Ast zu sein scheint. Ein hart erkämpfter Sieg jetzt und eine maßgebliche Division-Niederlage vor der Bye-Week kennzeichnen die Ausgangssituation. Was danach kommt, kann einfach nur als brutal bezeichnet werden: Rams, Ravens, Patriots, Broncos, 49ers und Chiefs. Mit der Leistung die man das letzte Monat gezeigt hat, könnte man einer schwarzen Serie zum Saison-Abschluss entgegenblicken. Die einzige Möglichkeit die man hat, ist zu hoffen, dass Rivers zu seiner (verletzungsfreien) MVP-Form zurückfindet.


27 PIT vs TEN 21

… die Steelers wieder zu ihrer alten Form zurückfinden, nämlich der One-Half-Only Form. Ein starkes viertes Viertel weniger und die Steelers hätten eine fast schon peinliche Niederlage gegen die Titans an Monday Night erleiden müssen. Man hatte aber Glück einen Le’Veon Bell zu haben, der alleine fast die gesamte Titans Offense ausgespielt hat (35 Ballberührungen vs. Titans 39 Offense Plays). Seine Leistung ist besonders Entscheidend, da seit den Rekord-Wochen von Big Ben das Passspiel wieder einige Gänge zurückgeschalten hat. Man hätte die Möglichkeit eine sehr schlagkräftige, balancierte Offense auf den Rasen zu stellen, aber durch die Inkonsistenz machen sie sich das Leben selbst unnötig schwer.

… die Titans, von zwei Rookies angeführt (Mettenberger und Sankey), die Steelers ärgern können. Anhand der bisherigen Leistungen konnte man sich nicht wirklich viel von diesem Team erwarten, aber auf dieser Stage konnte man doch sehen, dass man vielleicht eine gute QB-RB-Kombination für die Zukunft gefunden hat. Es gehört leider auch zu so einem jungen Team dazu, dass man gewonnen geglaubte Spiele noch aus der Hand geben kann. Aber auch solche Erfahrungen sind wichtig und man kann daraus hoffentlich viel lernen und eine Abgebrühtheit für die Zukunft entwickeln.

… Pittsburgh in der Division nun nicht mehr hinter Cleveland Platz nimmt, sondern hinter Cincinnati. Die Bye-Week kommt genau rechtzeitig, denn man muss sich jetzt auf ein hartes Stück Arbeit in den kommenden Wochen vorbereiten. Die Division ist nach wie vor sehr knapp, und auch wenn natürlich Division Matchups über Playoff-Plätze entscheiden, wird man sich keine Ausrutscher gegen andere AFC Teams erlauben können.

 

Bence

@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

Recap Woche 11 – Wer hätte gedacht, dass…