Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen anhand eines etwas anderes Prinzips näherbringen. Nun denn, kommen wir zum NFL Spielwochenende Nummer 10, und wer hätte gedacht, dass…uncertainty-md

 

31 DAL vs JAX 17

… Tony Romo der wichtigste Spieler dieses Cowboys-Teams ist. Die Jaguars sind natürlich kein Maßstab, aber seine nahezu perfekte Leistung lässt einen doch etwas in Gedanken zurückschweifen. Denn Romo verpasste bekanntlich bereits gegen die Redskins etwas Spielzeit und kam dann etwas angeschlagen zurück – das Spiel verloren die Cowboys knapp. Gegen die Cardinals konnte ein grauenhaft spielender Brandon Weeden das Spiel dennoch lange knapp halten – am Ende standen die Cowboys aber dennoch mit einer Niederlage da. Kurzum, wenn Romo spielt, haben diese Cowboys die Chance sehr weit zu kommen, aber noch einen Vollzeit-Brandon Weeden-Einsatz können sie nicht verkraften.

… die Jaguars und ihre Fans aus Übersee zumindest für 1-2 Drives wirklich Hoffnung schöpfen würden. Der Touchdown von Shoelace brachte die Jaguars zunächst sogar in Führung, doch dann zeigte sich ein weiterhin unterdurchschnittliches Team. Ein Fumble von Denard, ein ungemein schlechtes Matchup von Dwayne Gratz auf Dez Bryant und das Spiel war schnell gegessen. Blake Bortles sah teilweise solide aus, teilweise wie der Rookie, der er ist. Die Jaguars kämpfen weiterhin um den 1st Overall Pick, den sie auch bitter nötig haben.

… man mit einem positiven Gefühl in die Bye-Week gehen kann. Es war bisher nicht oft der Fall, dass man als Cowboys-Team/Fan mit einem guten Gefühl in die zweite Saisonhälfte und die Bye-Week gehen kann. Jetzt beginnt aber erst der richtige Spaß. Die Cowboys spielen 4 ihrer letzten 6 Spiele gegen Division Gegner und können sich speziell gegen die Eagles einerseits ihre Division und andererseits auch einen sehr hohen Seed in den Playoffs erspielen.


7 TEN vs BAL 21

… die Ravens gegen die schwachen Titans dermaßen viel Mühe haben werden. Erst ein später Torrey Smith TD konnte die Entscheidung bringen. Was mit Steve Smith Sr. und der explosiven Offense des Spätsommers passiert ist, weiß wohl niemand. Vergessen sind die Blowouts gegen Carolina, Tampa Bay und Atlanta (die damals noch, abgesehen von den Bucs, hoch gehandelt wurden!). Justin Forsett scheint langsam in Fahrt zu kommen, es stellt sich dennoch die Frage nach seiner Konstanz. Abgesehen davon scheint sich Joe Flacco irgendwie nicht wohl zu fühlen. Ich persönlich bin gespannt, wie es mit der Offense der Ravens weitergeht.

… auch Zach Mettenberger nicht die Antwort auf die Frage nach dem Titans Franchise-QB ist. Nach einem vielversprechenden ersten Viertel war recht schnell Ende im Gelände und die zweite Halbzeit war mehr als nur zum Vergessen. Ungenaue Pässe und zu viel Geduld in der Pocket, was zu Sacks aus Sicht der Ravens und damit auch fast zu einer Safety geführt hat. Dennoch ist Mettenberger die einzig sinnvolle Option für die Titans, die wohl schon ein Auge auf Marcus Mariota geworfen haben.

… man trotz 6-4 Record nur auf Platz 4 in einer Division zu finden ist. Man findet sich als Ravens-Team trotz eigentlich guter Resultate, aber aufgrund dreier Division-Niederlagen am letzten Platz der AFC North wieder. Joe Flacco muss nach der Bye gegen Playoff-Anwärter New Orleans und San Diego wieder in Form kommen, ansonsten ist der Traum von den Playoffs schnell vorbei. Die Gegner schlafen nicht!


13 PIT vs NYJ 20

… die Pittsburgh Pass-Orgie gestoppt werden kann, noch dazu von den Jets. Die Jets DL zählt nun seit ein paar Jahren zu den Besten der Liga, aber dass die bis dato nicht-vorhandenen DBs auch Plays machen können, war doch überraschend. Klar, hier profitierte man von einem Big Ben, der einfach den ganzen Tag etwas “off” war. Es war natürlich abzusehen, dass man nicht auf einem derartigen Niveau weiterspielen kann, wie er es die letzten beiden Wochen getan hatte, jedoch ist der gewaltige Unterschied in der Produktion doch etwas unverständlich.

… die Jets Offense mit einem Minimal-Gameplan tatsächlich einen Sieg herauszaubern kann. 275 Total Yards sind normalerweise nicht genug um in der NFL zu gewinnen, diesmal hat es jedoch gereicht. Der Wechsel auf Michael Vick erweist sich zu dem Zeitpunkt als richtige Entscheidung. Obwohl er nichts besonderes macht, ist es dennoch diese Veteranen-Präsenz, die dem Team zuvor gefehlt hat. Die meisten Jets spielen und coachen nur mehr für ihre Jobs oder versuchen sich für andere Teams schmackhaft zu machen. Wer nächstes Jahr über den vermutlichen Top-5 Draft Pick entscheiden wird dürfen, ist noch immer nicht ganz klar.

… die Steelers plötzlich wieder fast ganz unten in ihrer Division sind. Die unglaublich kompetetive AFC North ist und bleibt spannend. Nach dieser Niederlage sind die Steelers mit ihrem 6-4 Record nur mehr Dritter und gleichauf mit den Ravens. Wir haben zwar oft davon gesprochen, dass hier die Division Matchups entscheiden werden, jedoch zeigt sich, dass man sich auch keine Ausrutscher ausserhalb der Division mehr leisten sollte.


27 ATL vs TB 17

… Josh McCown gegen eine schlechte Defense halbwegs solide aussehen kann. Nachdem der Veteran nach seinen ersten paar Spielen nun wieder für Mike Glennon übernommen hatte, waren die Erwartungen dementsprechend gering. Die Statistiken zeigen aber eine doch recht solide Performance: Über 300 Yards, 2 TDs und 2 INTs, wovon eine deflected worden ist, ist eigentlich nicht schlecht, dennoch darf man den Maßstab hierbei nicht ignorieren. Sogar Jay Cutler hatte gegen die miese Falcons Defense Erfolg…

… die Falcons sich sogar bei Siegen selbst im Weg stehen. Gedroppte Touchdowns, gnadenlos unterworfene Pässe und die bereits erwähnt schwache Defense prägten das Spiel. Der einzige Lichtbilck ist wohl Steven Jackson, der das erste Mal seit langem eine solide Performance zeigte und über 80 Yards und einen TD aufs Feld brachte. Auch hier sei der Maßstab erwähnt; die Defense der Bucs zählt nicht unbedingt zur NFL-Elite.

… man mit 3-6 eigentlich noch zu 100% um die Division mitspielen kann und man mit 1-8 eigentlich genauso große Playoff-Chancen hat wie die 4-5 Minnesota Vikings (3 Spiele hinter dem Division Leader zurück). Die NFC South macht’s möglich! Die 2009 Seattle Seahawks haben aber bewiesen, dass man trotz sub-.500-Record in die Playoffs kommen kann und zumindest sogar ein Spiel gewinnen kann! Dies ist wohl der Strohhalm, an den sich alle NFC South Teams klammern.


14 STL vs ARI 31

… die Cardinals bis zur Verletzung von Carson Palmer hinten liegen würden. Wie wir öfter erwähnen, sind Division Matchups ein ganz eigenes Kaliber, auch wenn man ein scheinbar schwaches Rams-Team spielt. Es war zwar nicht besonders schön, aber dennoch konnte man das Spiel aus Rams-Sicht knapp halten. Das lag mitunter daran, dass die Cardinals einfach kein Laufspiel aufs Feld bringen konnten – die Nummern sprechen Bände: Andre Ellington bekam 18 Laufversuche und konnte dabei 23 Yards machen. Ich brauche hier nicht vorzurechnen, wie niedrig dabei die Average ausfällt.

… Drew Stanton sich (wieder?) als Game-Winner erweist. Als Carson Palmer mit seiner Knieverletzung ausschied, konnte Drew Stanton sofort im darauffolgenden Drive mit einem Pass zu John Brown (der wieder!) den Go-Ahead Touchdown zum 17-14 machen. Den Rest erledigte dann wieder ihre Defense. Es ist vor allem gut zu sehen, dass ein Patrick Peterson endlich seine ersten beiden Interceptions dieses Jahr gemacht hat und die Zweite auch gleich zu einem Touchdown zurücktragen konnte.

… nun erneut ohne ihren Starting-Quarterback spielen werden müssen. Drew Stanton hat in 2 Spielen zwar schon als Starter fungiert, jedoch zeigt sich nun eine komplett andere Situation. Die Cardinals sind nach wie vor das Top Team der NFC, aber es kommen noch einige sehr harte Spiele auf sie zu. Im Besonderen seien die Defenses herauszuheben, die Drew Stanton schlagen wird müssen: Detroit, zwei Mal Seattle, San Fransisco und Kansas City. Wenn man es tatsächlich schafft mit Drew Stanton in die Playoffs zu kommen, ohne dass er eigenhändig Spiele verliert, wird die Sache für Arizona nur noch schwerer. Mit einem unterdurchschnittlichen Career-Backup weit in die Playoffs vorzudringen, wäre ein historischer Erfolg.


14 CHI vs GB 55

… der solide Franchise der Rochester Jeffersons endlich wieder Gesellschaft bekommt. Die Chicago Bears sind das erste Team seit 1923, das über 50 Punkte in zwei aufeinanderfolgenden Spielen kassiert. Noch schmerzhafter ist die Tatsache, dass dies gegen den Erzrivalen aus Green Bay passiert ist, der nun klar auf Playoff-Kurs zu sein scheint. Alles in allem ein trauriger Abstieg eines Anwärters auf den Division-Sieg zu einem Team, das nun im NFC-Keller zu finden ist und sich nun im Kampf um hohe Draft-Picks gegen Teams wie Atlanta und Washington “durchsetzen” muss.

… auch die Bears Offense diese Saison nicht ins Rollen kommt. Was letztes Jahr mit Josh McCown erstaunlich gut ausgesehen hat, kann heuer mit Jay Cutler am Helm nicht wiederholt werden. In Chicago werden nun Stimmen laut, die nicht nur DC Mel Tucker die Vertragsauflösung wünschen, sondern auch GM Phil Emery, HC Marc Trestman und QB Jay Cutler entfernt haben wollen. Für diese Fans ist die traurige Realität aber, dass keiner der zuletzt genannten 3 Namen gehen wird müssen. Tatsache ist aber auch, dass Mel Tucker seinen bevorstehenden Umzug aus Chicago nach der Saison bereits planen darf.

… die Green Bay Packers nicht die NFC North anführen, obwohl sie das beste Team darstellen. Aaron Rodgers spielt auf einem unfassbaren Niveau und auch die Defense (nun mit Clay Matthews als ILB) kann durchaus überzeugen. Noch haben die Detroit Lions das Glück auf ihrer Seite, aber es wird bestimmt nicht lange dauern, bis Green Bay die Tabellenführung übernehmen kann. Für mich stellt sich nicht die Frage, OB das passiert, sondern WANN. Spätestens nach dem nächsten direkten Duell in Lambeau ist der Höhenflug der Lions zu Ende.

 

Bence

@SpenceLukacs

Philipp

@PhiFro51

 

Recap Woche 10 – Wer hätte gedacht, dass…