Hier fassen wir jede Woche jene Spiele zusammen, die wir nicht im LTF Viewers Guide bzw. nicht im Podcast besprochen haben. Damit ihr gleich ein besseres Bild über die jeweiligen Spiele und involvierten Teams bekommt, werden wir unsere Zusammenfassungen in drei Punkte teilen. Unser klassisches ‘wer hätte gedacht, dass…’ ergänzen wir durch ‘was zu erwarten war’ und bringen euch auch einen Extra Point!

Kleines Extra: Die Spiele, die wir zwar für den Podcast geplant hatten, aber leider gelöscht wurden, findet ihr in einer etwas anderen Zusammenfassung.uncertainty-md

Aus dem Podcast – 3 SF vs SEA 20

Nun was haben wir in diesem Spiel gesehen? Einerseits ein 49ers Team, das sich vermutlich weniger darum kümmern sollte seinen QB austauschen zu wollen, als sich einen neuen, erfahreneren Head Coach zu suchen. Wenn es Teams gibt, die auch nur einen Funken Hoffnung in Kaep sehen, werden sie ihr möglichstes tun, um ihn via Trade zu bekommen, denn sein Vertrag ist dank vieler de-escalator durchaus teamfreundlich.

Auf der anderen Seite kehrte BeastMode mit einer klassischen BeastMode-Leistung zurück, jedoch muss man sich nach wie vor Sorgen um die Pocket-Präsenz eines gewissen Russell Wilson machen, der weiterhin dermaßen “off” zu sein scheint, dass selbst eine solidere OL-Leistung keiner merken würde. Seine Entscheidungen sind zum Teil immer noch haarsträubend. Es ist z.B. überaus unnötig einen tiefen Ball in Double Coverage zu werfen obwohl man 17-3 vorne ist und das ganze Spiel locker dominiert. Ein Pick wie dieser hätte durchaus zu einem “Momentum-Swing” führen können.

Im Grunde genommen tendieren die Seahawks dennoch weiterhin nach oben, da sie einen relativ ‚einfachen’ Schedule vor sich haben, und sehr bald weit über .500 kommen könnten. Das Gegenteil spielt es bei den 49ers, dort sollte man noch das meiste aus einem Kaep-Trade rausholen und sich ernsthafte Gedanken über die Zukunft der Franchise machen.


Aus dem Podcast – 19 DET vs MIN 28

Eigentlich gibt es über dieses Spiel nicht viel zu sagen, außer dass es von massenweise schlechtem O-Line-Play gekennzeichnet war. Caraun Reid dominierte auf Seiten der Lions und war maßgeblich daran beteiligt, dass AP außer einem langen Run nichts gelang. Auf der anderen Seite war Matt Stafford wie schon die ganze Saison lang unter konstantem Druck.

Am Ende hatten die Wikinger das bessere Ende für sich, denn Rookie-Receiver Stefon Diggs sicherte mit einem sehenswerten Catch den Vikings-Erfolg. Eben dieser zeigt schon die zweite Woche in Folge, was Charles Johnson letztes Jahr versprochen, jedoch nicht gehalten hat. Der dürftige Supporting Staff rund um Teddy verlangsamt seine Entwicklung, demnach ist die Tatsache, dass man anscheinend tatsächlich über einen guten Receiver verfügt, Gold wert (Mike Wallace zählt ja nun wirklich nicht).

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass die Lions nach dem Spiel beschlossen haben, OC Joe Lombardi zu feuern und QB-Coach Jim Bob Cooter zu befördern. Die Tatsache ist an sich nicht überraschend, denn laut diverser Berichte wussten gegnerische Defenses oft schon vor dem Play, was kommen würde; der Wechsel war unausweichlich. Es überrascht uns viel mehr der Zeitpunkt dieses Personalwechsels. Die Lions hatten nach einem miserablen Start die letzten zwei Wochen über doch recht guten Erfolg in der Offense. Noch dazu befindet man sich in einer stressigen Woche, die die Umgewöhnungsphase stark behindern dürfte: Man fliegt nämlich nach London, um dort gegen die Chiefs anzutreten. Es wäre möglich, dass Jim Caldwell entweder einen Neuanfang sucht, oder aber einen Sündenbock, um sich selbst etwas vom “Hot Seat” zu distanzieren.


Aus dem Podcast – 21 IND vs NO 27 & 29 SD vs OAK 37

Hier sahen wir eigentlich zwei Mal so gut wie die gleiche Partie. Ein Team dominiert in der ersten Halbzeit haushoch, zerstört die Moral des Gegners und baut sich einen Vorsprung aus, der nicht mehr einzuholen ist. End-Score hin oder her, die Saints haben die Colts zerstört und die Raiders die Chargers.

Spannender ist es hingegen darüber nachzudenken, wohin diese Teams unterwegs sind. Denn die Saints sind bald .500, jedoch ist es fraglich wie weit sie an die Panthers und Falcons anschließen können – viele Spiele (wie gegen Falcons TNF) werden ihnen nicht mehr geschenkt werden. Die Colts sollten sich schleunigst überlegen, wie wichtig ihnen dieses Jahr in DIESER Division tatsächlich ist. Andrew Luck ist offensichtlich nicht ganz gesund, und selbst ein Matt Hasselback sollte die unglaubliche Herausforderung bestehen können und sein Team zu einem brauchbaren 7-9 und den Division-Sieg führen. Versteckte Botschaft: Hasselback starten bis Luck komplett fit ist!

Auf der anderen Seite haben die Raiders mittlerweile sowohl die Chiefs, als auch die Chargers in der Division überholt. Die Broncos sind zwar noch Stückchen weit weg, aber zumindest darf man mal Siegerluft schnuppern. Die Chiefs könnten sich genauso aufrappeln wie die Chargers, wobei bei beiden Teams großartige Leistungen notwendig sind, die uns davon überzeugen sollten, dass die letzten paar Wochen und 2-5 Records nur Pech und Ausrutscher waren.


Aus dem Podcast – 34 JAX vs BUF 31

Hier schließen wir ein wenig an den letzten Beitrag an: Die Jaguars “dominierten” dank E.J. Manuel die erste Halbzeit und spielten sich zwischendurch sogar einen 31-3-Vorsprung heraus. “Dominieren”, denn eigentlich profitierte man nur von Bills-Turnovers, die man allesamt in TDs ummünzen konnte. In der eigenen Offense lief außer T.J. Yeldon nicht viel, was auch die Stats von Blake Bortles beweisen (13/29 182 Yards, 2 TDs, 1 INT).

Kommen wir nun zum Unterschied zu den anderen beiden Partien: Die Bills schafften es tatsächlich noch aufzuholen und dank einer grottenschlechten Pick-6 von Bortles in Führung zu gehen! Es sei dazugesagt, dass hier der Coaching Staff der Jaguars nicht unwesentlich daran beteiligt war. Viele fragwürdige Playcalls, sowohl offensiv (z.B. 4 Goalline-Versuche mit Toby Gerhart statt Yeldon!), als auch defensiv (Gameplan-Änderung nach Halbzeitführung) brachten die Jaguars an den Rand der Niederlage, bis schließlich Bortles die Sache mit einem Game-winning-Drive beendete (und Draft-Position aufgab), nachdem er von einem miesen PI-Call der Refs profitierte.

Fazit bleibt, dass E.J. Manuel kein NFL-würdiger QB ist und dass die Bills-Defense, das Prunkstück des Teams, einem Blake Bortles tatsächlich einen Game-winning-Drive erlaubt hat. Bis Tyrod Taylor und Sammy Watkins zurückkommen: Daumen hinunter!


44 MIA vs HOU 26

Was zu erwarten war:

Houston gehört zu den schlechtesten Teams der NFL, so viel war klar, jedoch war nicht klar, dass drum herum auch so viele Unstimmigkeiten herrschen. Ryan Mallett verpasste den Teamflieger, war beim Spiel dennoch Backup, und wurde am nächsten Tag entlassen. Nun hört man, dass es mit der Kommunikation zwischen Bill O’Brien und dem Front Office nicht ideal läuft. Des weiteren verletzte sich der vermutlich zweitbeste Offense-Spieler (Arian Foster). Es geht für die Texans volle Fahrt voraus Richtung 1st Overall Pick, und die Überlegungen sollte man sich dahingehend stellen, ob man nicht gleich mit einem neuen HC + Staff seinen Franchise-QB picken möchte.

Wer hätte gedacht, dass…

Dan Campbell das Ruder so schnell herumreißen kann! Eine unglaubliche und fulminante erste Halbzeit, in der die Dolphins die Texans im wahrsten Sinne des Wortes über den Haufen rannten. Lamar Miller explodiert, Ryan Tannehill kann seit dem Coachingwechsel keine Incompletion werfen, und selbst die Defense produziert, wie sie es schon von Beginn an sollte. Die Scores der zweiten Halbzeit sind Garbage-Time Scores und man kann sich mit stolzer Brust den Patriots am Donnerstag stellen.

Extra Point:

Nicht nur, dass Lamar Miller unglaubliche Yardage produzierte, Ryan Tannehill war auch überaus effizient, denn er stellte (wochenübergreifend) einen neuen Completion-Rekord auf.


24 STL vs CLE 6

Was zu erwarten war:

Sobald man mit einer Führung in das vierte Viertel geht, hat man es als St. Louis Rams mehr als nur einfach. Die 4th-Quarter Statistiken von Todd Gurley sind unglaublich und er kann jeden Sieg nach Hause laufen. Mittlerweile fehlt es den Rams tatsächlich nur mehr an einem zumindest halbwegs sinnvollen QB und man könnte ganz oben mitspielen.

Wer hätte gedacht, dass…

Die Rams-Defense gegen eine bisher (scheinbar) überdurchschnittliche Browns Offense derart dominant sein kann. Sacks, Fumbles, Takeaways, Pressure – davon viel, und davon den ganzen Tag lang. Wir können uns zunächst für eine Woche beruhigt in der Annahme zurücklehnen, dass die Rams es geschafft haben, ein Außer-Division Spiel so gut zu bestreiten. Wir werden sehen, ob es auf lange Sicht reicht, mit einer Defense und dem derzeit vermutlich drittbesten Runningback der Liga ganz vorne mitzuspielen.

Extra Point:

Josh McCown ist zwar lieb und nett, konnte aber auch gegen die bisher grottenschlechte Pass-Defense der Rams nicht viel anrichten. “Adding insult to injury”, wie man so schön sagt, verletzte er sich auch leicht am Ellenbogen, nachdem er nach einem Scramble gegen eine Wand krachte. Vielleicht muss es den Browns einfach weiterhin aufgezwungen werden, das einzig Richtige zu machen und endlich einem nicht-35-jährigen QB den Ball in die Hand zu drücken, auch wenn Johnny Alkball mit anderen Problemen zu kämpfen hat.


27 CAR vs PHI 16

Was zu erwarten war:

Das Laufspiel der Panthers rollt weiter und kann von den Eagles nicht aufgehalten werden. Sowohl Jonathan Stewart als auch Cam Newton waren am Boden nicht zu stoppen und machten insgesamt 145 Yards. Auch Ted Ginn und Mike Tolbert beteiligten sich durchaus effektiv am Laufspiel. Da machte es auch nichts aus, dass die Eagles Greg Olsen und seine “Receiver”-Kollegen gut im Griff hatten.

Wer hätte gedacht, dass…

Ryan Mathews über die bisherige Saison betrachtet der bessere der beiden neuen Eagles RBs ist. Er passt anscheinend viel besser in das System von Chip Kelly, an das sich DeMarco Murray noch gewöhnen muss. Hier stellt sich die Frage, ob Kelly Murray nicht auch etwas entgegenkommen könnte und vielleicht etwas weniger “Outside Zone” called, wenn dieser im Spiel ist und stattdessen hin und wieder ein paar “Power”-Elemente einbaut, die man häufig in Dallas gesehen hat. Klar wäre das aus der Shotgun etwas unkonventionell, die Packers bekommen das aber auch hin und wieder ganz gut hin. Man muss auf alle Fälle versuchen die Investition “DeMarco Murray” besser auszunützen, um als Team nach vorne zu kommen!

Extra Point:

Die Panthers spielen eine Art Old-School-Football (Laufspiel und Defense!), von dem viele angenommen haben, er sei heutzutage nicht mehr effektiv oder sinnvoll. Dennoch kämpfen sie locker um den #1-Seed in den Playoffs mit und haben alle Chancen auf eine extra Bye-Week im Jänner. Das beweist wieder einmal, dass man sein System an seine Spieler anpassen muss und nicht umgekehrt, so wie es einige andere Coaches rund um die NFL versuchen (siehe oben).


23 KC vs PIT 13

Was zu erwarten war:

Ohne ihre besten Spieler (Ben Roethlisberger, Jamaal Charles, Jeremy Maclin) strahlen beide Teams offensiv kaum Gefahr aus. Dies bestätigte auch der Halbzeitstand von 9-3. Zwar konnten die Chiefs den Ball das ganze Match lang ganz gut bewegen, man hatte jedoch immer noch die gewohnten Probleme in der Red Zone: Kicker Cairo Santos musste wieder 3 Mal aus unter 30 Yards antreten. Positiver Beigeschmack: Charcandrick West konnte mit seiner ersten 100-Yard-Performance durchaus überzeugen.

Wer hätte gedacht, dass…

Martavis Bryant schon zum 3. Mal innerhalb von 2 Wochen einen TD Pass von Landry Jones fangen kann. Bryant scheint den Fokus, den seine Kollegen Brown und Bell abbekommen, durchaus ausnützen zu können und spielt seine Rolle als “Robin” ideal. Leider ist Landry Jones, was seine QB-Qualitäten angeht, sehr bescheiden ausgestattet, was ihm und der Performance der gesamten Offense schadet. Besser als Michael Vick ist er aber allemal!

Extra Point:

Ben Roethlisberger könnte schon diese Woche beim wichtigen Spiel gegen die Browns am Feld stehen! Nur er kann das gesamte Potenzial dieser Offense ausnützen. Bleibt abzuwarten ob und inwieweit ihn seine Knieverletzung noch limitiert.


 31 WAS vs TB 30

Was zu erwarten war:

Tampa Bay scheint nicht gewinnen zu können. Auch hier hatte man in der ersten Halbzeit eine solide Führung aufbauen können, über die Zeit bringen konnte man sie jedoch nicht. Positiv stimmt die Turnover-freie Performance von Jameis Winston, sowie das fast Sack-freie Spiel seiner O-Line. Andererseits hat man vor allem auf der Receiver-Position mit vielen Verletzungen zu kämpfen, da sowohl Louis Murphy als auch Vincent Jackson das Spiel nicht beenden konnten. Ein Schritt nach vor, ein Schritt zurück…

Wer hätte gedacht, dass…

Kirk Cousins zu so einer Leistung/so einem Comeback fähig ist. 33/40, 317 Yards und 3 TDs inkl. dem Game-Winner lassen sich sehen. Man darf allerdings nicht vergessen, dass das alles gegen eine schwache Bucs-Defense gelungen ist, die auch gegen eine ersatzgeschwächte Redskins O-Line keinen Druck aufbauen konnte, obwohl man zum Passen gezwungen war. Wie dem auch sei, Cousins zeigt nicht zum ersten Mal Potenzial, das Problem ist, dass er das danach meistens wieder mit einer gegenteiligen Performance ausgleicht; mal sehen, ob das wieder eintrifft.

Extra Point:

Ein pumped-up Kirk Cousins lieferte nach dem knappen Erfolg wohl den Soundbite des Jahres:


In diesem Sinne…

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Bence @SpenceLukacs

Philipp @PhiFro51

Recap der Woche 7 – Extra Points + Onside Kick

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